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Paderquellen - Bär ermittelt

Bücher von Dirk Möller

Paderquellen - Bär ermittelt Neu

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Religion

(Letzte Änderung: 16.07.2026 @ 10:18)

Wer aus dem eher säkularen Deutschland in die USA reist, bemerkt schnell: Religion ist hier viel präsenter im öffentlichen Leben. Über Glauben wird selbstverständlicher gesprochen, Kirchen prägen das Ortsbild bis ins kleinste Kaff, und Formeln wie "In God we trust" oder "God bless America" gehören zum Alltag. Diese Seite gibt einen Überblick, wie religiös die USA wirklich sind und wie vielfältig die Glaubenslandschaft ist.

Ein christlich geprägtes, aber vielfältiger werdendes Land. Nach der groß angelegten Religious Landscape Study des Pew Research Center (Erhebung 2023/24) bezeichnen sich rund 62 % der erwachsenen US-Amerikaner als Christen – davon etwa 40 % protestantisch und 19 % katholisch. Etwa 29 % sind "religiös ungebunden" (die sogenannten Nones: Atheisten, Agnostiker oder "nichts Bestimmtes"), und rund 7 % gehören nicht-christlichen Religionen an. Bemerkenswert: Der jahrzehntelange Rückgang des christlichen Anteils hat sich zuletzt spürbar verlangsamt. (Quelle: Pew Research Center, 2025)

Mehr als nur Kirchen. Auch wenn das Christentum dominiert, ist die religiöse Landkarte bunter, als das Klischee vermuten lässt. Rund 2 % der Bevölkerung sind jüdischen Glaubens (mit sichtbaren Zentren etwa in New York oder South Florida), je etwa 1 % muslimisch, buddhistisch und hinduistisch. Für Reisende oft am greifbarsten ist die Prägung durch die Mormonen (Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage): In Utah stellen sie die Bevölkerungsmehrheit und haben ganze Orte, Landschaften und die Metropole Salt Lake City samt Temple Square geprägt.

Wo es besonders fromm zugeht. Am dichtesten ist die kirchliche Bindung im Süden, dem sogenannten Bibelgürtel – einer Region, in der die Kirche für viele Menschen den Mittelpunkt des gesellschaftlichen Lebens bildet und evangelikale Protestanten baptistischer Prägung dominieren. Warum der Begriff so heißt, wo genau er liegt und was "dry counties" damit zu tun haben, steht ausführlich auf der Seite Bible Belt.

Warum das amerikanische Kirchensystem so anders ist. Anders als in Deutschland gibt es in den USA keine Staatskirche und keine Kirchensteuer, denn der erste Verfassungszusatz trennt Staat und Religion. Gerade daraus ist eine kaum überschaubare Zahl eigenständiger Kirchen entstanden, von der winzigen Landgemeinde bis zur Mega-Church mit Tausenden Besuchern.

Kann wirklich jeder eine Kirche gründen und sich Pfarrer nennen? Im Grunde ja. Weil der Staat sich heraushält, gibt es keine staatlich geschützte Amtsbezeichnung und keine behördliche Zulassung für Geistliche. Wer als ordiniert gilt, entscheidet allein die jeweilige Glaubensgemeinschaft, nicht der Staat. Wie weit das geht, zeigt die Universal Life Church: Dort kann sich praktisch jeder Erwachsene in wenigen Minuten kostenlos online ordinieren lassen. Diese Ordination reicht in fast allen Bundesstaaten sogar aus, um rechtsgültig Trauungen durchzuführen (Registrierungspflichten variieren je nach Bundesstaat und County). Deshalb wird ein Paar in den USA oft von einem Freund oder Familienmitglied getraut statt von einem Geistlichen im klassischen Sinn. (Quelle: Universal Life Church)

Und die Fernseh-Prediger? Am anderen Ende der Skala stehen die Televangelists: Prediger mit eigenen TV-Sendern, Stadion-Gottesdiensten und millionenschweren Spendenapparaten. Manche führen ihre Mega-Church eher wie ein Unternehmen, mit entsprechenden Auswüchsen und wiederkehrenden Skandalen um Luxus und Finanzen. Wie aus einer unbürokratischen Kirchengründung großes Geschäft werden kann, ist auf der Seite Kirche ausführlich beschrieben.

Karte: Vorherrschende Religionsgemeinschaften in den USA nach Countys

(Quelle: Wikipedia – Bible Belt)

Wie sich die ausgeprägte Religiosität auf Sitten und Alltag auswirkt – Stichwort Prüderie – und wie das politische System dahinter aufgebaut ist, lässt sich auf den Seiten Prüderie und Politik weiterlesen.