headerbildmobil1 headerbildmobil2 headerbildmobil3 headerbildmobil4 headerbildmobil1
Logo

USA A-Z

(Letzte Änderung: 9.07.2017 @ 10:04)

Prüderie

Ein Klassiker geht ungefähr so: Die deutsche Familie Grünhorn macht sich am Pool, sagen wir mal in Las Vegas, breit. Er mit knallengem Badehöschen, wie in bundesdeutschen Freibädern nicht unüblich. So etwas ist in den USA ziemlich gewagt, zieht Blicke auf sich und könnte zu kollektivem Gejohle führen. Wenn dann auch noch der dreijährige Nachwuchs unkompliziert die nasse Badebuxe gewechselt bekommt und dabei die private parts auch nur ansatzweise sichtbar sind, fällt man unangenehm auf. Fehlt nur noch, dass Susi Grünhorn auf die Idee kommt oben ohne Sonne zu tanken. Dann ist definitiv Schluss mit lustig und die Security steht auf der Matte.

Auch ganz groß: Nackt in die Hotel-Sauna marschieren. Das ist bestimmt schon vielen Europäern passiert, da es in Europa eher umgekehrt merkwürdig wäre nicht nackt zu saunieren (Handtuch ist allerdings ok). In Amerika könnte man ohne Aufsehen zu erregen mit verkehrt sitzender Basecap auf dem First in der Saunakabine schwitzen - solange die knielange Schlabberbadehose ihrer ordnungsgemäßen Bestimmung zugeführt wird, ist alles ok.

Was an Malles Stränden und in vielen deutschen Bädern entweder völlig normal, kaum zur Kenntnis genommen oder großzügig akzeptiert wird, kann in Amerika mindestens deplatziert oder sogar glatt gesetzlich verboten sein. Amerikaner sind in Bezug auf Nacktheit, auch auf nur angedeutete Körperfreikultur, äußerst sensibel. Man könnte auch sagen prüde bis verklemmt.

Bis auf ganz wenige Ausnahmen ist public nudity in den USA, also FKK, bei Strafe verboten. Dazu gehört selbstverständlich auch Oben-Ohne. Selbst Kleinkinder tragen am Strand immer eine Badehose, bei Mädchen hat der Bikini stets ein Oberteil. Öffentliches Windelwechseln ist verpönt, selbst dann, wenn Mama und Papa als Sichtschutz fungieren.

Andere Länder, andere Sitten. Im Zweifel sollte man sich der Badehosenkultur des Gastlandes beugen.