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Paderquellen - Bär ermittelt

Bücher von Dirk Möller

Paderquellen - Bär ermittelt Neu

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Portugal Reisebericht 2026, 12.08.2026, Tag 23

Oh Miradouro

(Letzte Änderung: 5.10.2026 @ 20:05)

Ach, so ein richtig gutes Frühstück bei leiser klassischer Musik ist doch was Feines! Die anderen Gäste sind auch angenehm leise. Gutes Publikum hier.

Es ist schon nach zehn, als wir zu unserem heutigen Programm aufbrechen. Dieses sieht nicht etwa Großstadtbesichtigung vor, sondern einen Strandbesuch. Porto liegt zwar nicht direkt am Meer, aber auch nur eine Viertelstunde mit der Bahn oder dem Auto vom Atlantik entfernt.

Wir nehmen die Öffis und verbinden das mit einem Besuch von São Bento, dem großen Bahnhof im Herzen Portos, der eine eigene Sehenswürdigkeit ist. Er entstand 1900 bis 1916 anstelle eines ehemaligen Klosters; die rund 20.000 Azulejos in der Empfangshalle schuf der Künstler Jorge Colaço 1905/06.

Und eingebettet in tolle Architektur links und rechts.

Kachelfassade einer Kirche nahe dem Bahnhof São Bento

Auch von innen ein Hingucker.

Azulejos in der Halle des Bahnhofs São Bento Verzierte Decke im Bahnhof São Bento

Wir kaufen Zugtickets bis Miramar und zurück für zusammen schlappe 7,60 EUR. Die Dreiviertelstunde, die wir auf die Bahn warten müssen, verbringen wir auf der Terrasse von McDonald’s. Nicht irgendein 0815-Mäckes, sondern einer in einem historischen Gebäude. Geheimtipp unserer Gastgeberin, sollen wir uns angucken.

Der Zug ist pünktlich. Auf die Minute. Die Waggons sind ungewöhnlich breit. Es stinkt nicht. Kein dubioses Volk aka Asis. – Merkwürdig ;-)

Liniennetzplan im Zug

Wir werden freundlich kontrolliert, steigen in Campanhã um, einmal von Gleis zwei zu Gleis neun und schon geht es weiter. Wieder auf die Minute pünktlich. Ohne spontane Gleiswechsel. Total zuverlässig. Wirklich merkwürdig.

In Miramar verlassen wir den Zug und gehen zehn Minuten zu Fuß zum Strand. Einfach die Straße runter, schon ist man da.

Infotafel am Strand von Miramar

Sieht schon von Weitem klasse aus. Einziges Manko: null Schatten. Deshalb mieten wir für 15,- EUR für den halben Tag einen vollüberdachten Mini-Pavillon. Das Teil bietet Schatten, verhindert aber auch jegliche Luftzirkulation. Wenn man sich weiter hinten niederlässt, bricht einem der Schweiß aus allen Poren aus, zumal das Teil nach Süden ausgerichtet ist und sich nicht versetzen lässt.

Ich gehe auf Fotopirsch.

Brandung an den Felsen bei Miramar Wellen und Felsen am Strand von Miramar mit der Kapelle Felsen und Strand von Miramar Strand von Miramar mit Badegästen Brandung am Strand von Miramar

Einfach klasse, dieser 2015 von „European Best Destinations“ unter die 15 schönsten Strände Europas gewählte Strand (Platz 10).

Die Capela do Senhor da Pedra ist natürlich der Hingucker. Die 1763 auf einem freistehenden Felsen errichtete Kapelle trotzt seit über 260 Jahren dem Atlantik; der Sage nach gelobte ein Schiffbrüchiger nach seiner Rettung, hier eine Kapelle zu bauen.

Von hier aus ebenfalls schöne Blicke nach Norden.

Ich werfe einen Blick in die Kirche.

Altar in der Capela do Senhor da Pedra

Zurück in unserem drückend-warmen Strandkabuff halte ich es exakt zwei Minuten aus. Dann stürze ich mich bis zu den Knien in die Fluten. Apropos Flut: Die rollt heran, und zwar mit Macht. Geläutert von meinem missglückten Experiment in Ribeira Grande auf São Miguel, verzichte ich auf ähnlichen Mut heute. Stattdessen gehe ich Joggen. Das fehlt mir einfach, das einzige Mini-Manko auf dieser tollen Reise. Also nichts wie los, trotz der immensen Sonneneinstrahlung, die den offiziellen 25 Grad Celsius Hohn spricht. In der prallen Sonne ist das ein ganz anderes Thema.

Klasse ist, dass man hier gefühlt hundert Meilen in jede Richtung Boardwalks hat, die zwar immer mal wieder sanft Düne hoch, Düne runter verlaufen, aber insgesamt eine tolle Laufunterlage bieten. Ich laufe bis zur Strandbar Bocca Mar und zurück und stelle anschließend fest, dass ich nicht nur heftigst schwitze, sondern insgesamt 8,3 km auf die Uhr gebracht habe. Reicht für heute.

Und wieder ins Wasser. Und todesmutig, wie ich bin, wieder bis zu den Knien.

Nun geht Anja auf Fototour, während ich ausdünste.

Anschließend gönnen wir uns was Gesundes bei der Strand-Bar an der Promenade.

Hotdog mit Strohkartoffeln in der Strandbar

Oh, wie lecker! Dazu eiskalte Coke Zero und noch einen halben Liter Wasser hinterher. Damit ist mein latentes Flüssigkeitsdefizit einigermaßen ausgeglichen.

Wir gehen zum Bahnhof zurück, wo wir eine Dreiviertelstunde im Schatten warten. Dann dieselbe Zug-Reise zurück – erstaunlicherweise ist wieder alles auf die Minute pünktlich. Die Leute machen auf uns, obwohl der Zug sehr voll ist – klar Pendlerverkehr am späten Nachmittag -, einen sehr höflichen Eindruck.

Wir machen noch einen kleinen Spaziergang durch die Stadt und dabei einige Bilder.

Altbaufassaden in Porto

Leider ist „unsere“ Bäckerei schon geschlossen, aber fünfzig Meter weiter wartet eine Konditorei.

Hier gibt es laut Bewertungen im Internet die besten landestypischen Vanilletörtchen, die es in ganz Portugal – auch auf den Inseln – gibt. Wir kaufen drei Stück für nicht gerade preiswerte 4,50 EUR und lassen sie uns auf dem Zimmer schmecken.

Pastel de Nata

Die gibt es sogar bei Aldi und Lidl, nur schmecken sie dort nicht so gut wie aus handwerklicher Manufaktur.

Abendessen fällt stattdessen aus, der Hot Dog lässt grüßen. War keine kleine Portion und macht offenbar lange satt.