Gaelic Tour 2025
(Letzte Änderung: 28.02.2026 @ 12:12)
Tag 4: 16.07.2025
Das Frühstück im Commodore Hotel lässt wie erwartet keine Wünsche offen. Sensationell. Anja bekommt Crèpes, ich selbstgemachten Joghurt mit Beerenkompott auf Granola. Hier ist sogar der Kaffee gut.
Wir sind schon mal wieder bis nachmittags pappsatt, was irgendwie nicht unpraktisch ist. Zumal es das ohnehin gute PL-Verhältnis der Hotelübernachtungen in noch besserem Licht erscheinen lässt.
Heute fahren wir in den äußersten Südwesten Irland, zu einer Stelle, die wir schon von unserer 2003er-Reise kennen: Mizen Head. Zunächst aber müssen wir volltanken: Benzin und Schokolade beim Aldi.
Wir fahren Richtung Cork, kommen dabei in einen kleinen Stau. Dann geht´s weiter nach Westen. Im strömenden Regen. Aussteigen? Vergiss es! Ich schicke sehnsuchtsvolle Blicke gen Himmel, in der Hoffnung auf ein Einsehen, aber da oben werden die Schleusen unbarmherzig geöffnet.
Als wir die Mizen-Halbinsel erreichen, lässt der Regen nach. Was eigentlich gut ist. Nicht so gut ist, dass es mit jedem weiteren Kilometer, mit dem wir uns der Küste nähern, nebliger wird. Bis wir schließlich auf dem Parkplatz am Mizen Head ankommen - und gar nichts mehr sehen. Die Hand vor Augen gerade noch, darüber hinaus wird´s düster. Bzw. milchiger. Totale Waschküche. Boah - übel! Der Nebel ist so dicht, dass es quasi nonstop fisselt, wobei das kein richtiger Regen ist. Wir befinden uns quasi inmitten einer Wolke.
Ein älterer Deutscher spricht uns an. Erzählt uns dies und das, das früher längst nicht so viel hier los war und überhaupt. Man konnte damals noch mit dem Kanu ungestört los, aber heute ...
Tja, was tun? Vielleicht erstmal Mittagessen. Die Fish & Chips im Restaurant sollen gut sein laut Internet. Wir versuchen es, was anderes Sinnvolles kann man eh gerade nicht tun.
Joa, ganz okay, würde ich sagen. Habe ich aber schon besser gegessen.
Das Essen ist verspeist und - tadaaaa - es klar auf. Ganz langsam und zögerlich. Hoffentlich kein falsches Versprechen. Doch dann kommt wirklich ein Fitzelchen blauer Himmel in Sicht. Am Horizont zeichnet sich aber schon die nächste Nebelwand an. Also fix jetzt ...
Wir zahlen unsere 7,50 EUR Eintritt und marschieren los zur Mizen Head Signal Station, eine historische Funk- und Warnstation von 1909.

Kaum kommt eine Ahnung von Sonne durch, nimmt das Wasser seine herrlich türkise Farbe an.
Ein Höhepunkt ist die Brücke über eine Schlucht. Sie verbindet die Station mit dem Festland.
Die Station selbst ist heute ein Museum.
Das ist der südwestlichste Punkt. Von Wellen und Wind umtost.
Auf dem Rückweg machen wir noch ein paar Abstecher, auch zu einer höher gelegenen viewing platform, aber es zieht sich schon wieder zu. Wir haben tatsächlich die einzigen dreißig halbwegs klaren Minuten des Tages erwischt.
Leider lohnt sich ein Stopp bei der wunderschönen Barley Cove nicht wegen des Wetters. Schade, ist eine spektakulär schöne Bucht. Aber man sieht schon wieder nicht mehr die Hand vor Augen. Noch dazu fisselt es.
Wir verlassen die Mizen Peninsula und fahren nach Baltimore zurück. Dort gibt es noch eine Sehenswürdigkeit, die wir auch bereits 2003 besucht hatten: Baltimore Beacon, ein markanter, weiß getünchter Seezeichen-Kegel auf einer Klippe oberhalb des Hafeneingangs von Baltimore.
Um dorthin zu gelangen, geht es vom kleinen Parkplatz einen Hügel rauf. Noch ist es trocken ...
... aber nicht mehr lange. Es fängt an zu regnen. Wir flüchten.
Last stop: Rathmore B&B. Macht von außen einen Top-Eindruck. Die Hortensienbüsche sind spektakulär.
Wir werden nett von der Landlady in Empfang genommen. Glück mit den Unterkünften haben wir, das ist mal sicher.