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steins ghost town (NM)

(Letzte Änderung: 21.07.2018 @ 10:20)

Ghost towns sind irgendwie cool.

Ich liebe diese längst verlassenen Überbleibsel der vielleicht aufregendsten Epoche in der Entwicklung der Vereinigten Staaten von Amerika zu der Weltmacht, so wie wir sie heute kennen. Damals, als der gesamte Kontinent - vornehmlich von Ost nach West - erschlossen wurde und sich die frontier, die Grenze zwischen Zivilisation und Wildnis, immer weiter Richtung Pazifik verlagerte.

Geisterstädte faszinieren mich mehr als Museen, denn sie sind das authentische Setting der geschichtlichen Zusammenhänge, um die es geht. Unter der morbiden Patina einer staubigen ghost town in der knochentrockenen Dürre und Hitze Arizonas oder New Mexicos schimmert mehr Atmosphäre durch als ein noch so gutes Museum mit seinen zusammengetragenen Exponaten vermitteln kann. Meine bescheidene Meinung...

Geisterstädte gibt es in Amerika wie Sand am Meer. Viele davon stammen aus der Zeit der großen Gold- und Silberfunde und der Eisenbahnentwicklung des 19. Jahrhunderts. So auch Steins Ghost Town.

Steins liegt ein paar Meilen westlich der heutigen Kleinstadt Lordsburg (NM). Im Westen liegen die unwegsamen Chiricahua Mountains, östlich davon erstreckt sich das riesige Ödgebiet der Chihuahuan Desert. Summa summarum: Steins liegt in the middle of nowhere. Da, wo man nicht tot über dem Zaun hängen möchte.

Wieso kommen Menschen auf die aberwitzige Idee mitten im Nirgendwo eine Stadt zu gründen? Insbesondere, wenn dieses Nirgendwo im Sommer mit völlig absurden Temperaturen glänzt und der Gesamteindruck der Gegend irgendwo zwischen trost- und hoffnungslos angesiedelt ist? Die Stichworte lauten auch hier: Silber und Eisenbahn.

Die Entwicklung von Steins begann allerdings vor dem großen Silber- und Eisenbahnboom. Bereits im Jahr 1857 entstand hier eine Postkutschen-Station auf der Birch Stage Line Route von San Antonio nach San Diego. (Die Betreiberfirma Birch wurde ein Jahr später durch die Butterfield Overland Stage Company abgelöst.) Die Station trug den unheilsschwangeren Namen Doubtful Canyon in Anlehnung an einen durch Apachen-Angriffe latent bedrohten nahegelegenen Pass durch die Peloncillo Mountains.

Hier wurde im Jahr 1873 U.S. Army Captain Enoch Steins bei einem Scharmützel mit den Indianern getötet, und Doubtful Canyon wurde in Stein´s Pass umbenannt.

Als in den Peloncillo Mountains Gold, Silber und Kupfer gefunden wurden, wuchs Stein´s Pass zu einer kleinen Stadt heran, und diese Entwicklung bekam dadurch weiteren Auftrieb, dass die Southern Pacific Railroad im Jahr 1878 vor Ort einen Steinbruch eröffnete und Stein´s Pass an das Schienennetz anschloss.

1919 lebten ca. 1000 Menschen in Stein´s Pass und der näheren Umgebung, doch als der Steinbruch 1925 die Pforten schloss, begann der schleichende Niedergang. 1944 strich die Southern Pacific Company Stein´s Pass als Eisenbahnstation und lieferte fortan kein Trinkwasser mehr. Das war das endgültige Todesurteil und alle Einwohner verließen die Stadt.

Steins Ghost Town

Directions

GPS-Koordinaten Steins Ghost Town

(WGS84, Dezimalgrad, Umrechner: hier)

GPS Steins Ghost Town: 32.22859, -108.989966

Anfahrt

Steins Ghost Town liegt 19 Meilen westlich von Lordsburg (NM).

Good to know

Steins Ghost Town ging 1988 in Privatbesitz über und war seitdem nur im Rahmen von Touren durch die Eigentümer Larry und Linda Link zugänglich. 2011 wurde Larry Link ermordet und seitdem ist die Stadt dicht.

Eine Besichtigung ist (Stand Oktober 2014) nicht möglich. Das Gelände ist abgezäunt. Trotzdem lohnt es sich von der I 70 runterzufahren. Vom Seitenstreifen des Zubringers zur I70 hat man einen guten Fotoblick (s.o.).

My Visits

2014 bin ich einmal kurz von der I 70 runtergefahren und habe ein paar Fotos von Steins Ghost Town gemacht. 2016 das gleiche Spiel.

My Rating

Jede ghost town bekommt von mir aus Prinzip mindestens einen Stern - auch, wenn es im Falle von Steins eigentlich kaum etwas zu sehen gibt.

Gallery

Diese Gallery besteht aus 19 Farbbildern. Die Bilder stammen aus den Jahren 2014 und 2016.