Pecos National Historical Park (NM)
(Letzte Änderung: 30.06.2026 @ 10:17)Pecos National Historical Park und Missionsruinen in New Mexico
Mission Nuestra Señora de los Ángeles de Porciúncula de los Pecos.
Was klingt wie ein temperamentvoller spanischer Wortschwall ist in Wirklichkeit nur der Name einer Kirche. Einer einzigen wohlgemerkt.
Das Gotteshaus mit dem blumigen Namen wurde im Jahr 1619 von Missionaren des Franziskanerordens in der Nähe von Santa Fé in der Hoffnung gegründet, die einheimischen Pueblo-Gemeinschaften zu bekehren. Im Jahr 1680 hatten die Pueblo-Bewohner die Nase voll von den Christianisierungsversuchen der spanischen Besatzer der Kolonie Neuspanien und es kam zu einem Aufstand, bei dem 400 Kolonisten getötet und weitere 2000 Siedler vertrieben wurden. Im Zuge dieser Pueblo-Revolte wurde die Missionskirche in weiten Teilen zerstört.
1692 kehrten die Spanier zurück und wurden friedlich aufgenommen. 25 Jahre später wurde die Kirche auf den Fundamenten des ursprünglichen Bauwerks neu errichtet. Aufgrund von Krankheiten und Überfällen durch Comanchen aus den Plains verließen die letzten Pueblo-Bewohner die Gegend rund um Santa Fé im Jahr 1838. Daraufhin verfielen die von ihnen bewohnten Pueblos und mit ihnen die alte "neue" Missionskirche.
Die Überreste der Mission Nuestra Señora de los Ángeles de Porciúncula de los Pecos wurden restauriert und können im Pecos National Historical Park besichtigt werden.
Pueblos, Kivas und spanische Geschichte
Was heute als bescheidene Mauerreste dasteht, war einst einer der mächtigsten Orte im gesamten Südwesten der USA. Das Pueblo Pecos erreichte im 14. und frühen 15. Jahrhundert seinen Höhepunkt: mehrstöckige Gebäude mit schätzungsweise 2.000 Einwohnern, strategisch günstig an der Handelsroute zwischen den Pueblo-Völkern am Rio Grande und den Büffeljäger-Kulturen der Great Plains gelegen. Pecos kontrollierte diesen Handel über Jahrhunderte und war damit wirtschaftlich und politisch eine Schlüsselposition.
Neben den Ruinen der Mission beherbergt der Pecos NHP die Überreste dieser Pueblokomplexe — von denen heute meist nur noch die niedrigen Schutzwälle sichtbar sind — sowie zwei rekonstruierte Kivas, in denen zeremonielle Zusammenkünfte stattfanden.
Hiking
Der 1,25 Meilen lange Ruins Walk Trail führt durch die Anlagen. Mit einer im Visitor Center erhältlichen Parkkarte oder einer zusätzlichen trail guide brochure ausgerüstet, ist das ein sehr interessanter Spaziergang.
Camping
Es gibt keine Campingplätze im Park.
Directions
Der Pecos NHP liegt ca. 25 Meilen östlich von Santa Fé. Wer auf der I-25 nach Norden fährt, nimmt Exit 299 bei Glorieta und folgt dann dem Highway 50 sowie der State Road 63 nach Pecos. In südlicher Richtung ist Exit 307 bei Rowe die passende Abfahrt.
GPS-Koordinaten Pecos NHP
(WGS84, Dezimalgrad, Umrechner: hier):
GPS E.E. Fogelson Visitor Center: 35.550456, -105.686284
Good to know
Neben dem Hauptkomplex mit den Überresten der Missionskirche gibt es zwei weitere, für die Öffentlichkeit aber nur begrenzt zugängliche, park units: Glorieta Unit (Pigeon’s Ranch) und Glorieta Unit (Canoncito).
Praktisch: Der Eintritt ist laut NPS kostenlos. Die Ancestral Sites Trail und Glorieta Battlefield Trail sind ganzjährig von 8:00 bis 16:30 Uhr geöffnet; das Visitor Center hat je nach Saison leicht abweichende Zeiten.
Camping ist im Park nicht erlaubt, aber nördlich davon liegen mit dem Santa Fe National Forest und dem Pecos Canyon State Park zwei naheliegende Alternativen.
Wer sich für Pueblo-Geschichte interessiert, findet im nördlichen New Mexico zwei weitere hochrangige Seiten: Chaco Culture National Historical Park (das spirituelle und politische Zentrum der Ancestral Puebloans, ~350 km nordwestlich) und das Petroglyph National Monument bei Albuquerque (~110 km südwestlich).
My Visits
2014 habe ich den Park kurz besucht.
Nichts Spektakuläres, aber ein interessanter Ausflug in die spanische Kolonialzeit in Neuspanien.
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