Natural Bridges National Monument (UT)
(Letzte Änderung: 30.06.2026 @ 9:44)Natural Bridges und Bridge View Drive in Utah
Am Natural Bridges National Monument komme ich im wahrsten Sinne des Wortes kaum vorbei.
Das liegt weniger daran, dass ich dieses besonders spektakulär finde, sondern eher daran, dass Natural Bridges verkehrswegetechnisch äußerst günstig gelegen ist.
Das National Monument liegt in unmittelbarer Nähe des Highways UT 95 aka Bicentennial Scenic Byway. Dieser führt zwar durch eine gottverlassene Gegend, stellt aber eine wichtige Nord-Süd-Verbindung für Reisende dar, die aus der mit vielen interessanten Locations (Goblin Valley, Capitol Reef NP etc.) gespickten Gegend um Hanksville in Richtung Lake Powell/ Four Corners Area unterwegs sind.
So passierte es, dass ich immer mal wieder am Natural Bridges NM vorbei kam und dem Park dann auch pflichtschuldigst einen Kurzbesuch abstattete.
Dabei reicht es meines Erachtens völlig aus die neun Meilen lange Park-Loop (Bridge View Drive) mit ihren schönen view points zu fahren und die drei durchaus imposanten Felsbrücken mit den klingenden Namen Sipapu, Kachina und Owachomo von oben zu betrachten. Diese drei Brücken sind die Essenz des National Monuments.
Sipapu, Kachina und Owachomo
Geologie
Das Gestein, das die Brücken formt, ist der sogenannte Cedar Mesa Sandstone – ein Sedimentgestein aus dem Perm, das vor rund 270 bis 300 Millionen Jahren entstand. Damals lag das Gebiet des heutigen Utah in einem ausgedehnten Wüstengebiet; gewaltige Dünenfelder wurden vom Wind überlagert und verdichteten sich im Laufe der Jahrmillionen zu diesem charakteristischen, rötlich-hellen Sandstein.
Wichtig ist der Unterschied zwischen Natural Bridges und Arches: Naturbögen entstehen vorwiegend durch Verwitterung – Frost, Wind und chemische Prozesse höhlen das Gestein von innen aus. Naturbücken hingegen werden durch Wasser geformt: Flüsse graben tiefe Mäander in die Hochebene; wenn zwei benachbarte Schlingen nah genug aneinander geraten, durchbricht der Fluss schließlich die Felswand dazwischen – und eine Brücke entsteht. Im Natural Bridges NM waren es die Gewässer des Armstrong und White Canyon, die diesen Prozess über Hunderttausende von Jahren vollzogen haben.
Die drei Brücken repräsentieren drei verschiedene Stadien dieser Entwicklung: Kachina Bridge ist die jüngste und massivste, noch relativ breit und wuchtig. Sipapu Bridge gilt als die reifeste – und mit einer Spannweite von rund 80 Metern und einer Höhe von 55 Metern als zweitgrößte Naturbücke der USA (nach der Rainbow Bridge im Glen Canyon). Owachomo Bridge schließlich ist die älteste und dünnste: Ihre Decke ist an der schmälsten Stelle gerade noch rund 2,7 Meter stark – ein Hinweis darauf, dass sie geologisch gesehen am Rand des Zusammenbruchs steht. Alle drei Namen stammen aus der Hopi-Sprache.
Mindestens genau so eindrucksvoll finde ich die Gesamtszenerie. Das Natural Bridges National Monument ist in eine Mesa-Landschaft eingebettet, die besonders eindrucksvoll wirkt, wenn sich (wie 2007 und 2010 gleich zwei Mal erlebt) tiefschwarze Gewitterwolken drohend über ihr auftürmen.
Hiking
Wer die Steinbrücken in voller Pracht erleben möchte, kommt nicht daran vorbei zu ihren Füßen zu stehen.
Zu diesem Zweck führen jeweils kurze (max. 2,5 km round trip) trails hinunter. Nähere Informationen findet man beim NPS.
Camping
Es gibt einen kleinen campground mit 13 sites. Der Platz ist inzwischen komplett über Recreation.gov reservierbar; first come first served war einmal.
Directions
Das Natural Bridges National Monument liegt gut 50 km westlich von Blanding (45 Minuten Fahrtzeit).
Die offizielle Park-Map findet man beim NPS.
GPS-Koordinaten Natural Bridges NM
(WGS84, Dezimalgrad, Umrechner: hier):
GPS Natural Bridges NM: 37.610556, -109.976944
Good to know
Natural Bridges war 2007 der erste offiziell zertifizierte International Dark Sky Park der Welt. Wer halbwegs klaren Himmel erwischt, sollte nach Einbruch der Dunkelheit also nicht zu früh verschwinden.
Praktisch wichtig: Es gibt am Park weder Sprit noch Essen noch verlässlichen Handyempfang. Wer weiter fährt Richtung Blanding oder Four Corners, tankt besser vorher.
Außerdem ist Natural Bridges kein Gratisvergnügen: Es wird ein normaler NPS-Eintritt fällig. Eine gute offizielle Orientierung bietet der Visitor Guide als PDF.
Die Gegend rings um Natural Bridges hat noch einiges mehr zu bieten: Die Goosenecks of the San Juan sind rund 60 Kilometer südlich und einer der eindrucksvollsten Mäander-Viewpoints im Westen. Das Valley of the Gods liegt auf halber Strecke nach Mexican Hat und lohnt einen kurzen Abstecher. Und wer etwas mehr Zeit hat, findet in Hovenweep National Monument gut erhaltene Türme und Ruinen der Ancestral Puebloans – rund 90 Kilometer östlich.
My Visits
Wie eingangs erwähnt, liegt das Natural Bridges NM quasi auf dem Weg.
Stippvisiten habe ich 1994, 2007 und 2010 gemacht.
Das Natural Bridges National Monument ist interessant, kann aber nicht mit den ganz großen Sehenswürdigkeiten in Südwest-Utah mithalten.
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