Gettysburg National Military Park (PA)
(Letzte Änderung: 1.07.2026 @ 15:07)Gettysburg National Military Park und Bürgerkriegsgeschichte
Nach neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen forderte der amerikanische Bürgerkrieg geschätzte 750.000 Todesopfer. Damit wurde die bisher angenommene Zahl von ca. 620.000 deutlich nach oben korrigiert (Quelle: www.handelsblatt.com). Es ist der verlustreichste Krieg, der je auf amerikanischem Boden ausgetragen wurde, und das amerikanische Pendant zum europäischen Trauma, erlitten durch zwei Weltkriege. Bei keinem anderen Waffengang, einschließlich Vietnam, starben mehr amerikanische Soldaten.
Warum fand zwischen 1861 und 1865 so ein Gemetzel unter Landsleuten statt, die nicht mal ein Jahrhundert zuvor erst eine unabhängige Nation geworden sind? Ich zitiere Wikipedia:
"Ursache war eine tiefe wirtschaftliche, soziale und politische Spaltung zwischen Nord- und Südstaaten, die vor allem in der Sklavereifrage zu Tage trat.
Die sich seit etwa 1830 verschärfenden Konflikte eskalierten schließlich zum Krieg, als die meisten Südstaaten als Reaktion auf die Wahl Abraham Lincolns zum US-Präsidenten aus der Union austraten. [daher der Begriff Sezessionskrieg, D.M.] Die bewaffneten Feindseligkeiten begannen mit dem Beschuss Fort Sumters durch die Konföderierten am 12. April 1861 und endeten im Wesentlichen mit der Kapitulation der Nord-Virginia-Armee in Appomattox Court House am 9. April 1865.
Die letzten konföderierten Truppen kapitulierten am 23. Juni 1865 in Texas."
Eins von vier KI-generierten Bildern auf meiner Website. Die anderen fast 22.000 Bilder wurden selbst von mir fotografiert.Der Amerikanische Bürgerkrieg (1861–1865) im Überblick
Wer stand sich gegenüber?Die Union (Nordstaaten samt loyal gebliebener Grenzstaaten) unter Präsident Abraham Lincoln gegen die Konföderierten Staaten von Amerika – elf abgespaltene Südstaaten unter Präsident Jefferson Davis.
Grund für den AusbruchZentraler Streitpunkt war die Sklaverei – konkret, ob die Bundesregierung sie in den neuen Territorien verbieten dürfe –, verwoben mit den wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Gegensätzen zwischen dem industriellen Norden und dem agrarischen, sklavenhaltenden Süden. Nach der Wahl Abraham Lincolns 1860 traten elf Südstaaten aus der Union aus (Sezession).
Ziele und MotivationDer Norden kämpfte zunächst um die Bewahrung der Union, ab 1863 (Emancipation Proclamation) auch erklärtermaßen gegen die Sklaverei. Der Süden kämpfte um Unabhängigkeit und den Erhalt seiner sklavenhaltenden Ordnung.
AblaufBeginn am 12. April 1861 mit dem Beschuss von Fort Sumter. Als Wendepunkt gilt der Juli 1863 (Schlacht von Gettysburg, zugleich Fall von Vicksburg). Das Ende kam mit der Kapitulation von General Robert E. Lee vor Ulysses S. Grant am 9. April 1865 bei Appomattox. Die Opferzahlen sind enorm: lange mit rund 620.000 Toten beziffert, reichen neuere Schätzungen bis zu 750.000–850.000.
Schlachtfeld, Union und Konföderierte
Ein trauriger Höhepunkt des Kriegs war die Schlacht von Gettysburg. Innerhalb von nur drei Tagen (1. - 3. Juli 1863) erlitten ca. 51.000 Amerikaner Verluste, also wurden getötet, verwundet, vermisst oder gerieten in Gefangenschaft. Die blutigste Schlacht, die jemals auf amerikanischem Boden stattgefunden hat, markierte einen der Wendepunkte des Kampfes zwischen der Präsident Lincoln getreuen Union und den rebellischen Südstaaten. Dabei kassierten die Konföderierten um General Lee eine empfindliche Niederlage gegen die Truppen von General George Gordon Meade.
Um Gettysburg richtig spannend zu finden und Nachspielungen der Schlacht, wie 2013 zum 150. Jahrestag, als großes Event zu erleben, sollte man idealerweise folgende "Qualifikationen" mitbringen - überspitzt formuliert wohlgemerkt:
(1) Als Jugendliche(r) hat man gerne "Risiko" oder "Stratego" gespielt und ein Faible für Heeresformationen und militärische Aufmarschpläne entwickelt.
(2) Als Erwachsene(r) kleidet man sich gerne in zeitgenössische Uniformen und stellt in denselben historische Schlachten mit Zinnsoldaten nach. So wie "Higgie-Baby" (O-Ton "TC") aus der Serie "Magnum p.i.".
(3) Die militärtheoretischen Ausführungen von Carl von Clausewitz à la "Der Krieg ist eine bloße Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln“ (v. Clausewitz: Vom Kriege Band 1) findet man brilliant und hält sie nicht bloß für stumpfe pseudowissenschaftliche Ergüsse aus einer finsteren Zeit, in der es chic war andere Länder dem eigenen Koloniaportfolio einzuverleiben.
(4) Beim Anblick der Schlachtfelder von Gettysburg, die landschaftlich übrigens an Langeweile kaum zu überbieten sind, hat man den Eindruck, an einem bedeutsamen Schauplatz der amerikanischen Geschichte zu sein. Es interessiert einen, wann welche Einheit aus welchem Unterholz hervorbrach um irgendeinen Hügel zu erstürmen.
(5) Und vor allem ist man überzeugt, dass das ganze Gemetzel hier zu irgendetwas gut gewesen ist. Manche behaupten z.B., dass es einen wichtigen politischen Beitrag für die Einigung der Nation und den Aufstieg der USA zur Großmacht manifestierte.
Wie gesagt: bewusst zugespitzt. Dass Gettysburg historisch ein Ort von immenser Bedeutung ist und ich mir dessen sehr wohl bewusst bin, steht außer Frage - auch wenn mich das Ganze persönlich emotional und touristisch nur begrenzt packt.
Die wichtigsten Stationen der Auto-Tour
Die 24 Meilen lange Self-Guiding Auto Tour verbindet 16 Stopps. Wer wenig Zeit hat, sollte zumindest diese Schauplätze einplanen:
- Soldiers' National Cemetery: Auf dem Soldatenfriedhof hielt Abraham Lincoln am 19. November 1863 bei der Einweihung die nur rund zwei Minuten kurze Gettysburg Address – eine der bekanntesten Reden der US-Geschichte. Hier ruhen rund 3.500 gefallene Unionssoldaten.
- Little Round Top: Hügel am linken Unionsflügel, am zweiten Schlachttag (2. Juli 1863) heftig umkämpft; heute mit weitem Blick über das Schlachtfeld.
- The Angle / High Water Mark: Zielpunkt von Pickett's Charge, dem gescheiterten Angriff der Konföderierten am dritten Tag (3. Juli 1863) – die „High Water Mark of the Confederacy“.
- Museum & Visitor Center: Startpunkt der Tour, mit Museum, Einführungsfilm und dem restaurierten Gettysburg Cyclorama, einem monumentalen Rundgemälde von Pickett's Charge.
Directions
Der Gettysburg National Military Park liegt im Süden Pennsylvanias in Adams County. Die historischen Schlachtfelder befinden sich in unmittelbarer Nähe zur Stadt Gettysburg.
Das Gelände ist sehr weitläufig und kann im Rahmen einer 24 Meilen langen Self-Guiding Auto Tour erkundet werden. Diese führt an 16 Points of Interest vorbei.
Ein guter Ausgangspunkt für die Tour ist das Visitor Center & Park Museum, wo man auch mit entsprechendem Infomaterial versorgt wird.
GPS-Koordinaten Gettysburg NMP
(WGS84, Dezimalgrad, Umrechner: hier)
GPS Gettysburg Museum & Visitor Center: 39.81139, -77.22583
GPS National Cemetery: 39.81722, -77.23194
GPS Little Round Top: 39.792, -77.2363
GPS High Water Mark: 39.8125, -77.23583
Good to know
Das Battlefield selbst ist kostenlos zugänglich und täglich von 30 Minuten vor Sonnenaufgang bis 30 Minuten nach Sonnenuntergang offen.
Visitor Center, Film, Cyclorama und Museum kosten hingegen Eintritt. Der 24 Meilen lange Auto-Tour-Loop mit 16 Stopps ist für Kurzbesucher nach wie vor die sinnvollste Art, sich einen Überblick zu verschaffen.
My Visits
2011 habe wir den Gettysburg National Military Park auf der Durchreise zur Küste North Carolinas (Outer Banks) mitgenommen. Ein Kurzbesuch reichte und dieser wird nicht wiederholt.
Historisch ist Gettysburg natürlich ein Schwergewicht allererster Ordnung. Allein diese immense Bedeutung reicht für zwei Sterne.
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