Headerbild1 Headerbild2 Headerbild3 Headerbild4 Headerbild3 Headerbild1
TravelogsPicturesInfoPOIRoutes
USACanadaOther Countries
headerbildmobil1 headerbildmobil2 headerbildmobil3 headerbildmobil4 headerbildmobil1
Logo
Paderquellen - Bär ermittelt

Bücher von Dirk Möller

Paderquellen - Bär ermittelt Neu

Wenn du auch meine Romane entdecken möchtest, findest du auf meiner Autorenseite weitere Informationen und Leseproben.

San Diego (CA)

(Letzte Änderung: 21.05.2026 @ 18:57)

Lässige Millionenstadt am Pazifik

Jedes Mal wenn ich auf dem San Diego Freeway in die Stadt fahre, muss ich stutzen: Da steht dann groß und amtlich, dass hier eine Millionenstadt beginnt. Und irgendwie glaubt man es trotzdem erst mit leichter Verzögerung.

Elevation 11 kommt nicht wirklich überraschend. San Diego liegt ja direkt am Pazifik. Aber dass es sich um eine amerikanische Millionenstadt handelt, kann man - abgesehen vom Verkehr, der auf den Freeways höllisch sein kann - kaum glauben. San Diego ist eine Stadt, in der eine gewisse weltmännische Lässigkeit und ein Anflug von Provinzialität einen bemerkenswerte Symbiose bilden.

Das fängt schon beim San Diego International Airport an. Während in anderen Städten vergleichbarer Größe die Flughäfen weit jenseits der Innenstadt liegen, kommen in San Diego die Flieger beinahe in Downtown runter.

Suchbild - Finden Sie den Fehler, der aber gar keiner ist:

San Diego Skyline

Vom Flughafen SAN bis nach Downtown sind es Luftlinie nur wenige Kilometer. Da kann man beinahe rüberspucken. Die frühere Horton Plaza als klassische Mall ist inzwischen Geschichte beziehungsweise Umbauzone, aber die zentrale Lage des Ganzen bleibt verblüffend.

Kaum hat man den Innenstadtbereich verlassen und fährt über die Coronado Bridge rüber zur gleichnamigen Halbinsel, ist man in einer anderen Welt. An Großstadt erinnern dann nur noch die schönen Fotomotive der Skyline.

San Diego Skyline

Coronado selbst ist mondän. Durch und durch edel und ein wenig versnobbt. Dazu folgende Anekdote, die ich schildere, weil sie einiges über Coronado und San Diego verrät:

2007 waren wir mit dem Wohnmobil in San Diego unterwegs. Der große Campland on the Bay Campingplatz war voll und wir hatten keinen Schimmer, wo wir bleiben sollten. Da wir mit Übernachtungen auf Parkplätzen keine schlechten Erfahrungen gemacht hatten, war schnell klar, dass wir vor den Toren von Albertsons bleiben würden - deren OK vorausgesetzt. Der Manager war sehr freundlich und nach einem größeren Einkauf war das Stehenbleiben theoretisch überhaupt kein Problem.

In der Praxis fingen die Probleme an, als gegen Abend eine ältere Lady vorbeikam und sich mokierte wir würden den Zugang zum Parkplatz blockieren. Soso. Egal, wir parkten um, was der Dame aber offenbar immer noch nicht gefiel. So etwas sei verboten.

Kurz darauf kam ein älterer Herr im Rollstuhl. Er war wie wir der Meinung, dass wir auf private property stünden und deshalb eben nicht illegal stehen würden. Er würde sicherheitshalber die Polizei anrufen und mal nachfragen, wir sollten derweil ruhig stehenbleiben.

Am frühen Morgen hämmerte es an die Tür. Verschlafen öffnete ich und vor mir standen zwei police officer in Voll-Montur. Die Hand an der Knarre. Misstrauisch begehrte man Einlass um zu checken, welchen Prostitutions- oder Drogengeschäften à la Breaking Bad wir hier wohl nachgehen würden. Es hätte eine Beschwerde gegeben, teilte man uns barsch mit.

Entspannung in der Krise trat ein, als den beiden Ordnungshütern die Harmlosigkeit der Situation dämmerte. Sagt der eine zum anderen: "This is a family thing."

Sie entschuldigten sich heftig und waren fortan die Freundlichkeit in Person. Wir müssten aber wegfahren. Auch mein kühnes Argument mit dem private property wurde - allerdings nur halbherzig und betretenen Blickes - nicht akzeptiert. Mit Rücksicht auf den Seelenfrieden der empfindlichen Bevölkerung von Coronado könnten wir wirklich nicht bleiben. "These people are a bit different, ya know?" Ähm, vermutet hatte ich es ja angesichts der dekadenten Grundstückspreise in Coronado schon länger. Und wenn es sogar ein Polizeibeamter so sieht, wird es wohl stimmen.

Blöd nur, dass immer noch Wochenende war und es keinen anderen Campingplatz gab. Ich fragte den einen police officer, ob wir denn nicht bei Walmart in National City, einem Suburb von San Diego, übernachten könnten. (Bei Walmart geht so etwas in aller Regel.)

"I won´t stay there. Not with all my guns." Zack, das saß. Offenbar gibt es auch in San Diego eine gang and drug scene. Die Kriminalität gilt insgesamt aber eher als moderat, jedenfalls gemessen an anderen amerikanischen Großstädten. Das passt auch zu meinem eigenen Eindruck: San Diego wirkt deutlich entspannter und alltagstauglicher als so manche lautere Metropole.

Coronado, Strände und entspannte City-Highlights

Wie sieht es eigentlich mit Sehenswürdigkeiten aus?

Nicht unterschlagen werden darf Balboa Park. Dort ballen sich Museen, Gärten, Spazierwege und diese etwas theatralische Kalifornien-von-seiner-schönen-Seite-Architektur, die man schwerlich unsympathisch finden kann. Auch der weltbekannte Zoo sitzt dort - was man nun gut oder problematisch finden kann, je nach Haltung zu Zoos im Allgemeinen.

Abgesehen von Coronado mit seinen Vorzeigestränden (Coronado Beach, Silver Strand State Beach) ist das Cabrillo National Monument unbedingt einen Besuch wert. Von hier oben hat man einen schönen, allerdings etwas distanzierten, Blick auf den Großraum San Diego.

Cabrillo National Monument

Weitere schöne Strände sind z.B. Ocean Beach oder Mission Beach (mit rollercoaster und boardwalk). Die Strände der Mission Bay (ich meine die, die nicht zum offenen Meer hin gehen) sind vor allem bei Einheimischen beliebt. Auf den Rasenflächen trifft sich an Wochenenden die ganze Familie zum Barbecue.

Nicht zu vergessen La Jolla. Das schicke Stadtviertel verfügt über die vielleicht schönste Badebucht San Diegos. Für den La Jolla Underwater Park lohnt sich sogar das Mitnehmen der Schnorchelausrüstung. Bunte Fische gibt´s da ohne Ende. Allerdings ist die Bucht sehr klein und nachmittags, wenn die Flut steigt, wird´s richtig eng. Mehr Platz bieten da die La Jolla Shores etwas weiter nördlich.

An guten Stränden mangelt es San Diego also definitiv nicht.

Downtown finde ich persönlich wenig aufregend. Die schon erwähnte Horton-Plaza-Gegend lebt heute eher von Lage und Wandel als von der alten Mall-Romantik. Spannender ist da schon die USS Midway, die im Hafen vor Anker liegt und besichtigt werden kann.

Alles in allem sind es in San Diego weniger die ganz großen Sehenswürdigkeiten, sondern die lässige Ausstrahlung, die die Stadt für mich zu einer der schönsten der USA machen.

Und es gibt noch ein gewaltiges Argument für San Diego: das fantastische Klima. Zu heiß wird es selten, zu kalt fast nie, und selbst wenn die marine layer morgens mal alles in Watte packt, ist das Jammern auf sehr hohem Niveau.

Directions

My Visits

San Diego und Familie Möller - das passt. 1991, 1994, 1996, 2007, 2009 und 2013 haben wir die südlichste kalifornische Großstadt besucht. War immer klasse!

My Rating Icon Ratinginfo

My Rating Icon Ratinginfo

San Diego ist eine coole City. Den Pazifik vor der Haustür, Coronado Island als schickes Anhängsel und einen internationalen Flughafen, der fast in Downtown liegt.

sternsternstern sternleer sternleer