Baltimore (MD)
(Letzte Änderung: 10.10.2026)Baltimore jenseits von The Wire
Wer kennt die Serie 'The Wire'? Richtig schöne Hard-Boiled-Cop-Kost. Es geht um Gangs und eben um Baltimore. Die Serie wird dafür gelobt, authentisch zu sein.
Nun denn, dachte ich mir, als ich sie am Bildschirm verschlungen habe: Dann wird mich Baltimore wohl nie sehen. Gang-Kriminalität meets nicht vorhandene Sehenswürdigkeiten - etwas vereinfacht formuliert.
Außerdem: Was will man in Baltimore, wenn doch Philadelphia und D.C. gleich um die Ecke sind? Das wäre ja so, als könnte man sich nicht zwischen Köln und Düsseldorf entscheiden und landet in Leverkusen.
(Bitte, liebe Leverkusener, lasst mich leben. Ihr habt bestimmt eine schöne Stadt, aber mir fällt kein besseres Beispiel ein. Außerdem seid ihr doch rheinische Frohnaturen und könnt einen kleinen Spaß vertragen.)
Genauso falsch wie das mit Leverkusen bestimmt ist, war mein Urteil über Baltimore, welches lediglich auf Unkenntnis fußte. Die Stadt hat definitiv Sehenswürdigkeiten - und von Kriminalität habe ich in den touristischen Gegenden nichts bemerkt. Absolut sorglos sollte man Großstädte nie nennen, aber der Inner Harbor wirkt für Besucher deutlich harmloser, als der Ruf der Stadt vermuten lässt.
Das meiste Interessante liegt, wo die Stadt im 18. Jahrhundert entstand: im, beim oder nahe des Hafens.
Inner Harbor, Waterfront und Stadtblicke
Einen schönen Überblick über den interessanten Teil der Stadt, also insbesondere den Inner Harbor (mit dem Harbor Walk) und den Rest der Waterfront hat man vom Top of the World Observation Deck im World Trade Center. Beides kann zwar nicht mal entfernt mit seinen Pendants in New York City mithalten, aber es ist trotzdem eine nette Abwechslung, die Stadt von oben zu sehen.
Auf dem nächsten Bild sieht man, dass man durch Fensterglas fotografiert und wenn es gerade regnet oder geregnet hat, sieht es zumindest auf einer Seite so aus:
Das Gebäude im Bildvordergrund ist so etwas wie ein Wahrzeichen von Baltimore: das Power Plant. Früher war es ein Kraftwerk, jetzt sind Restaurants und Unterhaltung in dem Komplex untergebracht. Als ich 2019 dort war, warb noch eine Buchhandelskette (Barnes & Noble) mit ihrem Schriftzug auf der Fassade; die Filiale hat im August 2020 geschlossen, das Hard Rock Cafe gibt es weiterhin.
Directions
Good to know
Top of the World: Die Aussichtsebene im 27. Stock des World Trade Center (401 E Pratt St) kostet laut Betreiber 8 USD für Erwachsene (6 USD Senioren ab 60 und Militär, 5 USD Kinder von 3 bis 12 Jahren). Zwischen Labor Day und Memorial Day ist sie Mittwoch bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr geöffnet, im Sommer täglich. Aktuelles auf viewbaltimore.org.
Fort McHenry: Hier fiel 1814 der Anstoß zur amerikanischen Nationalhymne. Der Zutritt zum historischen Bereich kostet laut National Park Service 15 USD pro Person ab 16 Jahren (7 Tage gültig), Kinder unter 16 zahlen nichts; bezahlt wird nur mit Karte. Besucherzentrum und Grounds sind größtenteils frei zugänglich. Mehr dazu auf nps.gov/fomc.
My Visits
Baltimore habe ich 2019 besucht.
Die Stadt ist besser als ihr Ruf. Keine große Metropole, die man unbedingt gesehen haben muss, deshalb auch nur zwei Sterne, und nichts im Vergleich zu New York City oder auch Philadelphia, aber immerhin einen Abstecher wert.
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