USA A-Z
(Letzte Änderung: 28.04.2026 @ 17:36)
Quark
Während Amerika mit Quark im Sinne von Unsinn reich gesegnet ist, war Speisequark dort lange Zeit so gut wie nicht existent. Mittlerweile findet man in besseren Supermärkten oder Spezialläden zwar vereinzelt Produkte, die tatsächlich als quark verkauft werden oder wenigstens in die Richtung gehen, aber von der allgegenwärtigen deutschen Kühlregal-Selbstverständlichkeit kann weiterhin keine Rede sein.
Ebenfalls vergeblich suchen wird man nach vernünftigem Brot. Das ist wirklich ein Drama, das eigentlich ein Extra-Thema in meiner kleinen Rubrik USA A-Z verdient. Sämtliche dunkleren Brotsorten, von Roggen bis Vollkorn, gibt es in normalen Läden nicht. Eventuell wird man in speziellen Delikatessen-Läden fündig, aber dann mit spektakulärem Preisschild versehen. Oder man fährt in die absolute Pampa nach Orderville (Nähe Osteingang Zion National Park am Highway 89; zwischen Glendale und Mt. Carmel Junction), wo es die Forscher Bakery gibt, die tatsächlich deutsches Schwarzbrot verkauft.
Hin und wieder findet man in amerikanischen Supermärkten seit einiger Zeit Baguette, das sogar manchmal wie Baguette schmeckt. Oder Käsebrötchen, häufig mit Jalapenos oder Oliven veredelt. Die sind richtig lecker. Ansonsten sollte man sich keinerlei Illusionen hingeben: Brot, dass äußerlich ganz vernünftig aussieht, entpuppt sich bei näherer Betrachtung/ Verkostung als Sägespänpappmasse mit einer Prise Radiergummiextrakt.
Unter dem Strich hat sich in den letzten Jahren an der "Brot-Front" leichte Entspannung eingestellt, aber von einem richtigen Durchbruch kann m.E. noch nicht die Rede sein. Vor allem in der Pampa sieht es immer noch meistens düster aus, während es in den Cities und in Feriengebieten mittlerweile akzeptables bis fast gutes Brot gibt.
Von dieser düsteren Zeichnung der "Brot-im-Supermarkt"-Situation muss man die Versorgung mit Backwaren in (guten) Restaurants trennen. Dort wird teilweise Brot aus eigenem Ofen kredenzt, dass ganz hervorragend schmeckt.
Noch ein paar Lebensmittel-Kandidaten für die relative Fehlanzeige: Vanillezucker, Tortenguss und manches typisch deutsche Backregalzubehör. Und vernünftiges Müsli, das nicht quittesüß ist. Weingummi, das nicht quietschbunt ist und weniger nach Chemie und E001-E999 schmeckt, bleibt ebenfalls ein rares Gut in Amerika.
Noch eine Warnung: Man sollte unbedingt davon absehen, Fleisch, Wurst, Käse, Früchte, Pflanzen oder frisches Gemüse quasi als Notfallpaket mit in den USA-Urlaub zu nehmen. Bei Lebensmitteln greifen teils strenge Einfuhrbestimmungen, und wer meint, das werde schon keiner merken, kann am Zoll ein ziemlich unerquicklich belehrendes Erlebnis haben. Also vor der Reise im Zweifel lieber noch einmal bei CBP/USDA nachlesen.