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Reiseplanung

Motels in den USA: Ketten, Frühstück und praktische Tipps

Motel in den USA (illustrative KI-Grafik)
Dieses Bild wurde KI-generiert und ist fiktionalisiert. Auf meiner Website finden sich fast 22.000 selbst fotografierte Bilder.

Veröffentlicht am 21. August 2026ca. 6 Min. Lesezeit

Motels sind eine amerikanische Erfindung: Das erste eröffnete am 12. Dezember 1925 im kalifornischen San Luis Obispo - das Milestone Mo-Tel (später Motel Inn) des Architekten Arthur Heineman, der den Begriff "motel" als Kurzform von "motor hotel" prägte. Für 1,25 Dollar pro Nacht gab es 15 Bungalows im Mission-Stil, strategisch auf halber Strecke zwischen San Francisco und Los Angeles gelegen (Quellen: Wikipedia, Smithsonian Magazine). Das Original schloss 1991 und wurde größtenteils abgerissen, nur der Glockenturm im Mission-Stil steht bis heute.

Die Gleichung Motor + Hotel = Motel ist bis heute äußerst praktisch, da man sein Auto unmittelbar vor (Erdgeschoss) oder sehr nahe dem Zimmer stehen hat. Das macht die Wege fürs Gepäckschleppen kurz und bietet daneben auch Sicherheitsvorteile. Für USA-Touristen sind Motels eine relativ kostengünstige Alternative zu "echten" Hotels und eine bequeme Alternative zu den verschiedenen Varianten des Campings.

Kurz & knapp

Praktisch: Auto direkt vor dem Zimmer, kurze Wege, gute Alternative zu teureren Stadthotels.

Frühstück: Continental Breakfast ist meist spärlich - Bagels, Toast, abgepacktes Müsli.

Buchung: Direktpreise und Vergleichsportale checken statt auf alte Coupon-Hefte zu setzen.

Bei den vielen USA-Reisen habe ich in Hunderten Motels übernachtet, aber ich kann mich an kaum eine Unterkunft konkret erinnern. Das ist nämlich der Nachteil amerikanischer Motels: in aller Regel sind sie uniform, komplett anonym und ohne jede individuelle Note. Egal, ob Motel 6, Super 8, Days Inn, Rodeway Inn, Econo Lodge oder wie sie alle heißen: Die Pools (je nach Region häufiger outdoor oder indoor) sind ähnlich stark gechlort, das Frühstück ist tendenziell überall ein Witz, und die Wände sind pappdünn.

Warum wirken fast alle Motels gleich?

Kein Zufall: Hinter den meisten großen Ketten stecken nur eine Handvoll Konzerne. Super 8 und Days Inn gehören zu Wyndham Hotels & Resorts, Econo Lodge und Rodeway Inn zu Choice Hotels International, und Motel 6 gehört über die Tochtergesellschaft G6 Hospitality zum Finanzinvestor Blackstone. Wer öfter in den USA unterwegs ist, kann sich das zunutze machen: Treueprogramme wie Wyndham Rewards oder Choice Privileges sammeln markenübergreifend Punkte innerhalb desselben Konzerns - eine Übernachtung bei Days Inn zahlt also auf dasselbe Konto ein wie eine bei Super 8.

Ketten-Motel oder Individual-Motel?

Grundsätzlich muss man unterscheiden zwischen Ketten-Motels (siehe oben) und "Individual-Motels" wie dem fiktiven im obigen KI-Teaserbild. Bei den Ketten hat man zumindest die Gewissheit, dass ein bestimmtes Mindestniveau nicht unterschritten wird und man nicht in einer Absteige mit zerrissener Bettwäsche und schimmeligen Sanitäreinrichtungen landet. Letzteres ist zwar in den USA die absolute Ausnahme, aber ich habe es schon erlebt - zum Beispiel auf Long Island, wobei die Nacht am Wochenende dann sogar noch 180 US-Dollar gekostet hat. Von den Ketten ist Motel 6 häufig eher im preisgünstigen Segment unterwegs, Wunderpreise sollte man aber auch dort längst nicht mehr automatisch erwarten.

Roy's Motel & Cafe in Amboy, KalifornienEigenes Foto von der High Desert Tour 2022, mehr Bilder im Reisebericht.

Roy's Motel & Café in Amboy (CA): das Individual-Motel schlechthin

Geschichte

Roy Crowl eröffnete Roy's 1938 an der Route 66 in Amboy, einem Wüstenkaff mitten im Mojave-Wüstenbecken. In den 1940ern erweiterten Roy und sein Schwiegersohn Herman "Buster" Burris den Betrieb um Café, Werkstatt und ein kleines Bungalow-Motel. 1959 kam das markante Googie-Schild mit dem roten Bumerang-Dreieck dazu - bis heute das Fotomotiv schlechthin entlang dieses Abschnitts der "Mother Road" (Quelle: visitamboy.com).

Niedergang und Rettung

Mit der Eröffnung der Interstate 40 im Jahr 1972 versiegte der Verkehr auf der Route 66 fast über Nacht, Amboy verödete zusehends. In den 1990ern war das Leuchtschild erloschen, der Ort drohte in der Zwangsversteigerung zu verschwinden. 2005 kaufte der Fast-Food-Unternehmer und Route-66-Enthusiast Albert Okura den kompletten Ort Amboy - rund 950 Acres - für 425.000 US-Dollar. Tankstelle und Souvenirshop öffneten 2008 wieder, das Leuchtschild erstrahlte 2019 erneut (Quelle: Route66 News).

Übernachten kann man dort aktuell nicht

Wichtig für die Reiseplanung: Die Bungalow-Zimmer sind seit Jahrzehnten geschlossen und nicht buchbar. Auch Stand Juli 2026 funktioniert Roy's ausschließlich als Tankstelle und Souvenirshop, an einer Wiedereröffnung der Gästezimmer bis Ende 2026 wird laut lokaler Berichterstattung noch gearbeitet - ein konkretes Datum gibt es bislang nicht (Quelle: Spectrum News, 01.07.2026). Vor der Anreise lohnt sich also ein aktueller Check, bevor man fest mit einer Übernachtung plant.

Quellen: visitamboy.com; Spectrum News (01.07.2026); Wikipedia.

Frühstück: spärlich bis akzeptabel

Continental breakfast ist eher spärlich: Bagels, Toastbrot, Joghurt (wenn man Glück hat) und in der Regel verschiedene abgepackte Müslisorten, dazu Kaffee, der je nach Lust und Laune zwischen akzeptabel und grausam schwankt. Full breakfast oder auch hot breakfast ist in teureren Häusern üblich, aber man sollte sich nicht zu viel davon versprechen - selbst im Comfort Inn bekommt man häufig Rührei aus der Tüte und Bacon minderer Qualität serviert. Warum das amerikanische Frühstück für deutsche Gäste ohnehin gewöhnungsbedürftig ist, steht ausführlich im Beitrag Frühstück in den USA.

Buchung: Direktpreise statt Coupon-Hefte

Früher waren Coupon-Hefte ein echter Geheimtipp. Heute läuft viel mehr über Apps, Websites und dynamische Preise. Ein Blick auf Direktpreise, Vergleichsportale und die Motel-Website selbst lohnt daher mehr als nostalgisches Coupon-Sammeln.

Wie sicher sind Motels?

Übernachtungen in Motels sind grundsätzlich sicher, wobei die neighborhood natürlich auch eine Rolle spielt. Ich habe mich noch nirgendwo unsicher gefühlt, aber speziell im preisgünstigen Motel 6 scheinen auch gerne mal Typen zu nächtigen, mit denen ich nicht näheren Kontakt pflegen möchte.

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