Sales Tax in den USA: Wie die amerikanische Umsatzsteuer funktioniert
Veröffentlicht am 26. August 2026ca. 5 Min. Lesezeit
Wenn an einer amerikanischen Supermarktkasse der stolz präsentierte 10-Dollar-Schein für die im Kopf berechneten 9,95 Dollar Warenwert wider Erwarten nicht reicht, besteht kein Grund zur Aufregung. Weder sollte man mit den eigenen Kopfrechenkünsten hadern noch Verrat und Betrug durch das Personal wittern. Alles ganz normal.
Nettopreise: Preisschilder in den USA zeigen den Preis ohne Steuer - die sales tax kommt an der Kasse noch obendrauf.
Keine feste Zahl: Die Höhe variiert von Bundesstaat zu Bundesstaat und oft zusätzlich nach county oder Stadt.
Steuerfreie Staaten: Alaska, Delaware, Montana, New Hampshire und Oregon erheben gar keine landesweite Sales Tax.
Nettopreise: die Steuer kommt erst an der Kasse
In den USA stehen, anders als in Deutschland, grundsätzlich Nettopreise auf dem Etikett. Hinzu kommt also noch die Umsatzsteuer, die sales tax heißt und von Bundesstaat zu Bundesstaat und zusätzlich teilweise noch von county zu county oder Stadt zu Stadt unterschiedlich hoch ist. Wer sich also eine feste Prozentzahl merken will, merkt sich am besten gleich auch noch, dass das nicht zuverlässig funktioniert - fürs grobe Budget reicht als Faustregel ein Aufschlag von 8 bis 10 % auf so gut wie jeden Einkauf.
Zum bundesweiten Vergleich: Der landesweite, nach Bevölkerung gewichtete Durchschnitt aller kombinierten Staats- und Kommunalsteuersätze liegt aktuell bei 7,53 % (Quelle: Tax Foundation, Stand Mitte 2026).
Die 5 steuerfreien Staaten - und die teuersten
Es gibt ein paar angenehme Ausnahmen. Wer als Tourist in Alaska, Delaware, Montana, New Hampshire oder Oregon unterwegs ist, darf sich darüber freuen, dass dort keine landesweite sales tax erhoben wird. Das fühlt sich beim Bezahlen fast schon unamerikanisch vernünftig an - wobei einzelne Gemeinden in Alaska trotzdem eigene lokale Steuern erheben dürfen.
Am anderen Ende der Skala liegen Louisiana (10,13 %), Tennessee (9,61 %), Washington (9,57 %), Arkansas (9,48 %) und Alabama (9,46 %) - jeweils als durchschnittlicher kombinierter Satz aus Staats- und Kommunalsteuer (Quelle: Tax Foundation, Stand Mitte 2026). Selbst diese Spitzenwerte liegen aber weiterhin klar unter der deutschen Mehrwertsteuer von 19 %.