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Alltag

Tanken in den USA: Spritpreise, ZIP-Code-Trick und Zahlung an der Zapfsäule

Tanken in den USA (illustrative KI-Grafik)
Dieses Bild wurde KI-generiert und ist fiktionalisiert. Auf meiner Website finden sich fast 22.000 selbst fotografierte Bilder.

Veröffentlicht am 27. August 2026ca. 6 Min. Lesezeit

Leider muss man auch als USA-Mietwagentourist hin und wieder an die Zapfsäule. Und leider ist der Sprit in Amerika längst nicht mehr so billig wie bei meiner ersten USA-Reise 1991, als eine Gallone (ca. 3,7 Liter) ungefähr 1,30 US-Dollar kostete. Diese Zeiten sind lange vorbei - trotzdem wirken die USA im Vergleich zu europäischen Preisen an der Tanke oft immer noch wie das gelobte Land. Auto fängt eben auch im USA-Urlaub mit "Au" an und hört mit "o" auf, ist unter dem Strich aber alternativlos, wenn man wirklich etwas vom Land sehen möchte.

Kurz & knapp

Bezahlung: An fast jeder Zapfsäule direkt mit Karte - dabei wird oft ein fünfstelliger US-ZIP-Code abgefragt, den ausländische Karten nicht liefern können.

Trick dagegen: "00000" eingeben oder die eigene PLZ mit Nullen auf fünf Stellen aufgefüllt - klappt das nicht, hilft der Weg zum Kassierer.

Preise variieren stark: von rund 3,50 USD (Indiana, Louisiana) bis über 5,50 USD pro Gallone (Kalifornien, Hawaii).

Aktuelle Spritpreise: große Unterschiede von Staat zu Staat

Der landesweite Durchschnittspreis für eine Gallone Normalbenzin lag laut AAA am 27. August 2026 bei 4,10 US-Dollar (Quelle: AAA Gas Prices) - ein Rekordwert für diese Jahreszeit, deutlich über dem Vorjahr. Trotzdem bleibt Tanken in den USA im Vergleich zu Deutschland günstig: Während hierzulande ein Liter Super E10 im August 2026 im Schnitt 2,24 Euro kostete, entsprechen 4,10 US-Dollar pro Gallone knapp 1,08 US-Dollar pro Liter.

Die Preise schwanken zudem enorm von Bundesstaat zu Bundesstaat - deutlich mehr als in Deutschland zwischen einzelnen Regionen. Am günstigsten tankt es sich in Indiana (3,46 USD), Mississippi (3,65 USD) und Louisiana (3,69 USD), am teuersten in Kalifornien (5,64 USD), Hawaii (5,41 USD) und Washington (5,27 USD) - jeweils pro Gallone (Quelle: AAA, Stand 27.08.2026). Wer eine Route durch mehrere Bundesstaaten plant, kann diese Unterschiede beim groben Budget durchaus einkalkulieren.

Bezahlen an der Zapfsäule: das ZIP-Code-Problem

In Amerika ist es üblich und sehr praktisch, direkt an der Zapfsäule mit Karte zu zahlen. Wenn dabei nach einem ZIP-Code, also der PLZ des Rechnungsempfängers, gefragt wird, beginnt für ausländische Reisende allerdings gerne das fröhliche Roulettespiel. Es scheint irgendwie von den Mondphasen, dem Sternzeichen des Kunden, dem aktuellen Wetter oder von weiß-der-Kuckuck-was abzuhängen, ob die deutsche PLZ akzeptiert wird oder nicht.

Entgegen aller Behauptungen, die man zu diesem Thema manchmal in diversen Foren liest, gibt es keine "Geheimzahl", die für deutsche Urlauber zuverlässig funktioniert. Einfach ausprobieren und sich freuen, wenn die eigene PLZ akzeptiert wurde. Falls nicht, muss man zum Kassierer, dort vorzahlen oder die Säule freischalten lassen und anschließend wieder hineinmarschieren. Auch das gehört zum kleinen Folkloreprogramm des amerikanischen Tankens.

Einen kleinen Trick für genau diesen Fall gibt es trotzdem: einfach "00000" oder die eigene deutsche Postleitzahl (mit Nullen auf fünf Stellen aufgefüllt) eingeben. Funktioniert das nicht, hilft meist der kurze Weg zum Kassierer, der die Säule für einen Festbetrag (z.B. "50 Dollars on Pump number 4") freischaltet - der Restbetrag wird automatisch erstattet. Alternativ lässt sich an fast jeder Zapfsäule auch direkt "Pay Inside" wählen und ganz klassisch drinnen an der Kasse zahlen.

Nicht bis zum letzten Tropfen warten

Gerade in ländlichen Regionen, in Nationalparkgegenden oder auf langen Highways liegen Tankstellen mitunter weit auseinander. Lieber früher nachtanken, statt darauf zu wetten, dass die nächste Station schon irgendwann auftaucht - vor allem, wenn zusätzlich noch ein Umweg über eine Scenic Route geplant ist, auf der es überhaupt keine Tankstellen gibt.

Kuriosum: Selbst tanken nicht überall erlaubt

New Jersey ist mittlerweile der einzige US-Bundesstaat, in dem Autofahrer per Gesetz nicht selbst tanken dürfen - das übernimmt ausschließlich das Tankstellenpersonal (Quelle: NBC News). Oregon hatte ein ganz ähnliches, über 70 Jahre altes Gesetz, hat die Selbstbedienung an den meisten Tankstellen aber seit August 2023 wieder erlaubt. Wer also durch New Jersey fährt, einfach im Auto sitzen bleiben und dem Personal die Arbeit überlassen.

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