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Paderquellen - Bär ermittelt

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Alltag

Lebensmittel in den USA: Was man im Supermarkt vermisst - von Quark bis Schwarzbrot

Vermisste deutsche Lebensmittel im US-Supermarkt (illustrative KI-Grafik)
Dieses Bild wurde KI-generiert und ist fiktionalisiert. Auf meiner Website finden sich fast 22.000 selbst fotografierte Bilder.

Veröffentlicht am 19. August 2026ca. 6 Min. Lesezeit

Hinweis: Alle Angaben in diesem Beitrag entsprechen dem Stand August 2026. Sortiment und Verfügbarkeit unterscheiden sich stark je nach Bundesstaat, Kette und Filiale - Großstadt und Feriengebiet sehen meist deutlich besser aus als die Pampa.

Speisequark gehört in Deutschland zu den Kühlregal-Selbstverständlichkeiten, die man erst vermisst, wenn er fehlt. Und fehlen tut er in den USA gründlich: Wir haben ihn auf mehreren Reisen in ganz unterschiedlichen Supermärkten gezielt gesucht - gefunden haben wir ihn nie. Irgendwann haben wir die Suche einfach eingestellt und uns mit griechischem Joghurt beholfen.

Kurz & knapp

Quark: in normalen Supermärkten praktisch nicht existent, auch in Spezialläden nur vereinzelt und regional.

Brot: dunkles Vollkorn- oder Roggenbrot gibt es kaum, dafür oft teuer in Feinkostläden.

Butter: anders als oft angenommen problemlos erhältlich - nur meist mit weniger Fettanteil als deutsche Butter.

Fündig wird man am ehesten bei Whole Foods, Trader Joe's oder in deutschen/europäischen Feinkostläden.

Quark: die konsequenteste Fehlanzeige

Speisequark ist der Klassiker unter den vermissten Lebensmitteln. Wir haben ihn auf mehreren USA-Reisen in normalen Supermärkten wie Safeway, Kroger oder Walmart gezielt im Kühlregal gesucht - Fehlanzeige, jedes Mal. Das ist kein Zufall: Quark wird in den USA nur von einer Handvoll kleinerer Molkereien produziert (unter anderem in Vermont, Illinois und Kalifornien), und selbst dort landet er meist nur in ausgewählten Filialen von Whole Foods oder vereinzelt bei Trader Joe's und Safeway - je nach Region und Saison völlig unterschiedlich. Nach mehreren erfolglosen Anläufen haben wir die aktive Suche inzwischen eingestellt. Als Ersatz für Rezepte empfehlen sich Fromage Blanc, Ricotta oder griechischer Joghurt/Skyr - geschmacklich nicht identisch, aber in der Textur am nächsten dran.

Stimmt es, dass es kaum echte Butter gibt?

Ein Gerücht, das sich hartnäckig hält - auch befeuert durch den Namen der Margarine-Marke "I Can't Believe It's Not Butter" - lautet, in amerikanischen Supermärkten gebe es kaum echte Butter. Das stimmt so nicht: Butter ist in praktisch jedem US-Supermarkt reichlich vorhanden, und seit 2005 wird in den USA sogar mehr Butter als Margarine gekauft - ein klarer Trend weg von Margarine, hin zu echter Butter (Quelle: USDA Economic Research Service).

Der eigentliche Unterschied liegt woanders: US-Butter muss laut Bundesstandard mindestens 80 % Milchfett enthalten, während europäische Butter meist 82-86 % erreicht und häufig aus gesäuerter (kultivierter) Sahne hergestellt wird, was den typisch würzigeren Geschmack deutscher oder französischer Butter ausmacht. US-Standardbutter schmeckt dadurch etwas milder und wässriger. Wer die europäische Variante sucht, wird aber auch fündig: Marken wie Kerrygold (Irland) sind längst keine Nischenware mehr, sondern stehen inzwischen selbst bei Walmart im Kühlregal.

Brot: das eigentliche Drama

Vernünftiges Brot zu finden ist deutlich schwieriger als bei Butter. Sämtliche dunkleren Brotsorten, von Roggen- bis Vollkornbrot, sucht man in normalen Supermärkten vergeblich. Fündig wird man höchstens in speziellen Feinkostläden - dann allerdings zu einem spektakulären Preisschild. In Orderville nahe dem Osteingang des Zion National Park (Highway 89, zwischen Glendale und Mt. Carmel Junction) gab es lange Zeit die Forscher Bakery, die tatsächlich deutsches Schwarzbrot verkaufte - diese Bäckerei ist inzwischen jedoch geschlossen.

Hin und wieder findet man in amerikanischen Supermärkten mittlerweile Baguette, das sogar manchmal wie Baguette schmeckt, oder Käsebrötchen, häufig mit Jalapeños oder Oliven veredelt - die sind richtig lecker. Ansonsten sollte man sich keine Illusionen machen: Brot, das äußerlich ganz vernünftig aussieht, entpuppt sich bei näherer Betrachtung oft als Sägespäne-Pappmasse mit einer Prise Radiergummiextrakt. Etwas Entspannung gibt es immerhin in Großstädten und Feriengebieten, wo mittlerweile akzeptables bis fast gutes Brot zu haben ist - in der Pampa sieht es weiterhin meist düster aus. Backwaren in (guten) Restaurants sind davon ohnehin getrennt zu betrachten: Dort wird teils Brot aus dem eigenen Ofen serviert, das ganz hervorragend schmeckt.

Weitere Kandidaten für die Fehlanzeige

Vanillezucker, Tortenguss und anderes typisch deutsches Backregalzubehör sucht man in US-Supermärkten meist vergeblich. Auch vernünftiges Müsli, das nicht schon von Haus aus quittesüß ist, bleibt rar. Weingummi, das nicht quietschbunt ist und weniger nach Chemie und E-Nummern schmeckt, ist ebenfalls eine seltene Ausnahme statt der Regel. Wer auf echtes Marzipan mit ordentlichem Mandelanteil steht: US-Marzipan/Almond Paste fällt oft deutlich süßer und mandelärmer aus als das deutsche Original, das gesetzlich einen Mindest-Mandelanteil vorschreibt - Import-Marken wie Odense sind hier die verlässlichere Wahl. Auch Schmand, der deutlich fettere Verwandte der amerikanischen Sour Cream, gehört in diese Kategorie.

Wo man doch fündig wird: Whole Foods & Co.

Wer gezielt nach europäischen Spezialitäten sucht, hat bei Whole Foods Market, Trader Joe's oder in deutschen/europäischen Feinkostläden in größeren Städten die besten Chancen - dort tauchen Quark, hochwertigere Butter, europäische Käsesorten oder importiertes Marzipan zumindest gelegentlich auf, wenn auch regional und saisonal schwankend und meist zu einem deutlich höheren Preis als das amerikanische Pendant im normalen Supermarktregal.

Wichtig: nichts einfach mitbringen

Man sollte unbedingt davon absehen, Fleisch, Wurst, Käse, Früchte, Pflanzen oder frisches Gemüse quasi als Notfallpaket mit in den USA-Urlaub zu nehmen. Bei Lebensmitteln greifen teils strenge Einfuhrbestimmungen, und wer meint, das werde schon keiner merken, kann am Zoll ein ziemlich unerquickliches, belehrendes Erlebnis haben. Im Zweifel vor der Reise lieber noch einmal direkt bei CBP oder USDA nachlesen.

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