Headerbild1 Headerbild2 Headerbild3 Headerbild4 Headerbild3 Headerbild1
headerbildmobil1 headerbildmobil2 headerbildmobil3 headerbildmobil4 headerbildmobil1
Logo
Paderquellen - Bär ermittelt

Bücher von Dirk Möller

Paderquellen - Bär ermittelt Neu

Wenn du auch meine Romane entdecken möchtest, findest du auf meiner Autorenseite weitere Informationen und Leseproben.

USA A-Z

(Letzte Änderung: 18.06.2026 @ 18:32)

Thanksgiving

Kein anderes Fest bündelt das amerikanische Selbstverständnis so kompakt wie Thanksgiving. Weihnachten spielt eine Rolle, der 4. Juli sowieso – aber Thanksgiving ist das Fest, das die USA wirklich zusammenhält. Familien reisen quer durchs Land, Flughäfen platzen aus den Nähten, und in nahezu jedem Haushalt landet am selben Tag dasselbe auf dem Tisch: Truthahn, Stuffing, Cranberry-Sauce, Süßkartoffeln, Kürbiskuchen.

Meine Frau Anja hat es selbst erlebt: eingeladen von der Familie ihrer roommate Sherry, fand das große Familienfest 1992 in Chicago statt. Wie bei uns zulande Weihnachten.

Ursprung: Die Pilgerväter und die Wampanoag

Die historische Wurzel liegt im Herbst 1621. Die Pilgrim Fathers – jene 102 Passagiere der Mayflower, die im November 1620 in der Nähe des heutigen Plymouth (Massachusetts) gelandet waren – hatten einen verheerenden ersten Winter hinter sich. Fast die Hälfte der Siedler starb an Kälte, Hunger und Krankheit. Dass die Kolonie überhaupt überlebte, lag entscheidend an der Hilfe der Wampanoag, die den Siedlern das Pflanzen von Mais und anderen Kulturen beibrachten.

Im Herbst 1621, nach der ersten erfolgreichen Ernte, luden Gouverneur William Bradford und die Pilger die Wampanoag zu einem mehrtägigen Erntedankfest ein. Etwa 90 Wampanoag und 53 Überlebende der Mayflower aßen gemeinsam – Wild, Fisch, Mais, Kürbis. Dieses Fest gilt als der historische Ursprung von Thanksgiving, auch wenn die Feier danach für Jahrzehnte keine Tradition wurde und die Beziehung zwischen Kolonisten und Ureinwohnern sich schnell und dramatisch verschlechterte.

Den Pilgrim Memorial State Park in Plymouth, wo Plymouth Rock und die Nachbildung der Mayflower II besichtigt werden können, besuchen jährlich über eine Million Menschen – nicht zuletzt wegen dieser Geschichte.

Wann findet Thanksgiving statt?

Thanksgiving fällt in den USA immer auf den vierten Donnerstag im November. Das Datum wurde 1941 per Bundesgesetz festgelegt. Es schwankt damit zwischen dem 22. und 28. November. Kanada feiert sein Thanksgiving übrigens bereits am zweiten Montag im Oktober.

Auf Thanksgiving folgt der Black Friday (der Freitag danach) – traditionell der umsatzstärkste Einkaufstag des Jahres und Auftakt der Weihnachtssaison. Zusammen mit dem Wochenende und dem Cyber Monday bildet das den größten Shopping-Marathon des amerikanischen Jahres. Kaum weniger wichtig als die historischen Implikationen.

Thanksgiving als Reisender

Wer rund um Thanksgiving in den USA unterwegs ist, sollte einiges bedenken:

  • Flüge und Hotels frühzeitig buchen. Die Tage vor und nach Thanksgiving gehören zu den meistgebuchten Reisezeiten des Jahres. Kapazitäten sind knapp, Preise hoch.
  • Thanksgiving-Donnerstag: Restaurants, Museen und Geschäfte haben häufig geschlossen oder reduzierte Öffnungszeiten. Viele Hotels bieten jedoch ein Thanksgiving-Dinner an.
  • Black Friday: Wer einkaufen möchte, findet teils erhebliche Rabatte – aber auch volle Parkplätze, lange Schlangen und ausverkaufte Artikel. Online-Shopping hat den stationären Ansturm in den letzten Jahren etwas entschärft.
  • Nationalparks und Natursehenswürdigkeiten sind an Thanksgiving oft geöffnet und vergleichsweise ruhig – eine gute Alternative zum Stadttrubel.

Die Mahlzeit

Das Thanksgiving-Dinner ist in den USA praktisch normiert. Den Mittelpunkt bildet der Truthahn (turkey), meist im Ofen gebraten oder neuerdings auch frittiert (deep-fried turkey). Dazu kommen:

  • Stuffing (Füllung aus Brot, Kräutern, Zwiebeln – manchmal im Vogel, manchmal separat gebacken)
  • Mashed potatoes mit Bratensoße (gravy)
  • Sweet potato casserole (oft mit Marshmallows überbacken – ja, wirklich)
  • Cranberry sauce (aus der Dose oder selbst gemacht)
  • Green bean casserole
  • Pumpkin pie zum Abschluss

Regionale Variationen gibt es natürlich – im Süden landet häufig cornbread auf dem Tisch, in Küstenregionen manchmal Austern. Aber der Truthahn steht überall.