ESTA beantragen: Ablauf, Kosten und Praxis-Tipps für die USA-Einreise
Veröffentlicht am 25. August 2026ca. 10 Min. Lesezeit
Gestern habe ich für meine Frau und mich ein neues ESTA beantragt. Eigentlich kein großes Ding - für das Ausfüllen selbst solltest du trotzdem eine gute halbe Stunde einplanen, schon allein wegen Fotos, Scans und der Dateneingabe für zwei Personen. Die eigentliche Genehmigung kann danach sehr schnell kommen: Bei uns hat es etwas mehr als eine Stunde gedauert, bis beide Anträge bewilligt waren. Es geht aber nicht immer so flott - in Einzelfällen kann die Bearbeitung auch schon mal bis zu zwei Tage dauern, weshalb CBP offiziell empfiehlt, spätestens 72 Stunden vor Abflug zu beantragen.
Beim Ausfüllen sind mir ein paar Dinge aufgefallen, die entweder neu sind oder die man leicht übersieht. Bevor es an die praktischen Details geht, ganz am Anfang die Basics - falls dir das Thema ESTA noch neu ist.
Was ist ESTA überhaupt?
ESTA steht für Electronic System for Travel Authorization und ist eine elektronische Reisegenehmigung im Rahmen des Visa Waiver Program (VWP). Bürger bestimmter Länder - darunter Deutschland, Österreich und die Schweiz - können damit für touristische oder geschäftliche Aufenthalte von bis zu 90 Tagen in die USA einreisen, ohne vorher ein klassisches Visum bei einer US-Botschaft beantragen zu müssen. ESTA wird online beantragt, kostet eine Gebühr (dazu weiter unten mehr) und ist in der Regel zwei Jahre lang gültig beziehungsweise bis zum Ablauf des Reisepasses - je nachdem, was zuerst eintritt. Innerhalb der Gültigkeit sind beliebig viele Einreisen möglich, jeweils für maximal 90 Tage am Stück.
Wichtig: ESTA ist keine Einreisegarantie, sondern nur eine Reisegenehmigung - die eigentliche Entscheidung über die Einreise trifft immer der Immigration Officer vor Ort. Den kompletten Ablauf der Einreisekontrolle selbst, inklusive eigener Erfahrungen bis hin zur Secondary Inspection, beschreibe ich ausführlich im Beitrag Einreise in die USA - hier geht es jetzt konkret um den ESTA-Antrag selbst.
Kosten: 40 US-Dollar pro Person - nicht Euro, auch wenn die Kartenabrechnung am Ende in Euro erfolgt.
Gruppenantrag: Für Paare und Familien praktisch - spart Mehrfach-Logins, jeder bekommt trotzdem eine eigene Genehmigung.
Auch für Landeinreisen nötig: seit 2022 zum Beispiel bei einer kombinierten USA-Canada-Rundreise mit dem Mietwagen über die Grenze.
Gruppenantrag für Paare und Familien: praktisch
Auf esta.cbp.dhs.gov lässt sich beim Antrag zwischen "Individual Application" und "Group Application" wählen. Beim Gruppenantrag legt eine Person die gemeinsame Sitzung an und trägt nacheinander die Daten aller Mitreisenden ein - bis zu 50 Personen sind pro Gruppe möglich (Quelle: CBP). Der Vorteil: Man muss sich nicht für jede Person einzeln neu einloggen und getrennt bezahlen, sondern erledigt alles in einer Sitzung und zahlt am Ende gesammelt. Trotzdem bekommt jede Person eine eigene, individuelle ESTA-Genehmigung mit eigener Antragsnummer - rechtlich ändert der Gruppenantrag nichts, er ist reine Verwaltungserleichterung. Bei meinem eigenen Antrag gestern für meine Frau und mich war genau das der Grund, die Gruppenoption zu nutzen: einmal anmelden, beide Anträge nacheinander ausfüllen, einmal bezahlen.
Auch für Landeinreisen nötig - z.B. bei einer USA-Canada-Rundreise
Was viele nicht wissen: ESTA gilt längst nicht mehr nur für die Einreise per Flugzeug. Seit dem 2. Mai 2022 brauchen VWP-Reisende ein gültiges ESTA auch für die Einreise über einen Landgrenzübergang, etwa aus Kanada oder Mexiko kommend - vorher reichte am Landweg noch ein Papierformular direkt an der Grenze (Quelle: JD Supra).
Relevant wird das vor allem bei kombinierten Mietwagenrundreisen durch die USA und Kanada - eine Tour-Art, die ich selbst schon mehrfach gemacht habe und grundsätzlich für eine sehr gute Idee halte, weil beide Länder landschaftlich enorm viel zu bieten haben und der Grenzübertritt mit dem eigenen Mietwagen meist unkompliziert verläuft. Ein Beispiel aus eigener Erfahrung ist die Pacific & Rockies Tour 2022, bei der wir mehrfach zwischen Kanada und den USA hin- und hergewechselt sind.
Praktisch zu wissen: Das gilt nur für die US-Seite der Reise. Wer mit dem Mietwagen über den Landweg nach Kanada einreist, braucht dafür keine zusätzliche kanadische eTA (Electronic Travel Authorization) - die ist ausschließlich für Flugreisende nach Kanada Pflicht, nicht für Einreisen über die Landgrenze. Am kanadischen Grenzübergang genügt der gültige Reisepass.
Kosten: 40 US-Dollar pro Person
Die ESTA-Gebühr liegt aktuell bei 40 US-Dollar pro Person - ausdrücklich US-Dollar, nicht Euro, auch wenn die Abrechnung über die Kreditkarte am Ende natürlich in Euro erfolgt (der genaue Betrag hängt vom Wechselkurs und eventuellen Auslandseinsatzentgelten der eigenen Bank ab). Die Gebühr gilt seit dem 30. September 2025, zuvor lag sie bei 21 US-Dollar - die genaue Aufschlüsselung der Erhöhung habe ich bereits im Beitrag Einreise in die USA beschrieben.
Social Media: weiterhin freiwillig
CBP hat im Dezember 2025 vorgeschlagen, Social-Media-Angaben der letzten fünf Jahre zur Pflichtangabe im ESTA-Antrag zu machen. Bei meinem eigenen Antrag gestern war das entsprechende Feld aber weiterhin nur optional - ich habe es einfach freigelassen, ohne dass das den Antrag verzögert oder das Ergebnis beeinflusst hätte. Den aktuellen Stand des Vorschlags und die Hintergründe halte ich im Beitrag Einreise in die USA laufend aktuell.
Die ESTA-App: praktisch für den Nachweis am Check-in
Seit 2023 gibt es die offizielle App "ESTA Mobile" von CBP, kostenlos für iOS und Android, mit der sich sowohl neue Anträge stellen als auch bereits genehmigte ESTA-Anträge abrufen lassen. Praktisch ist vor allem Letzteres: Die App zeigt die eigene, bereits genehmigte Reisegenehmigung übersichtlich an - nützlich, wenn eine Fluggesellschaft beim Check-in einen Nachweis sehen will und man nicht erst in alten E-Mails nach der Bestätigung suchen möchte. Ich habe die App direkt nach dem Antrag installiert und beide Genehmigungen, meine und die meiner Frau, dort hinterlegt.
US-Kontakt angeben: die Hoteladresse als praktische Lösung
Im Formular muss man einen Kontakt in den USA angeben - Adresse und Telefonnummer. Wer wie wir keinen persönlichen Kontakt vor Ort hat, kann theoretisch "UNKNOWN" eintragen, das funktioniert aber nicht beim Pflichtfeld Telefonnummer, das eine gültige Nummer verlangt. Bei meinem eigenen Antrag habe ich stattdessen einfach Adresse und Telefonnummer unseres ersten Hotels eingetragen - das ist ohnehin die erste Anlaufstelle vor Ort. Im nächsten Schritt lässt sich außerdem ankreuzen, dass die eigene erste US-Adresse identisch mit dem angegebenen US-Kontakt ist - dann muss man die Adresse nicht ein zweites Mal eintippen.
Reisepass scannen: wenn der Chip nicht gelesen wird
Die ESTA-App bietet an, den Reisepass per NFC direkt aus dem Chip auszulesen, was den Antrag beschleunigt. Bei mir hat das nicht funktioniert - naheliegend wäre die Vermutung, mein Pass hätte keinen RFID-Chip. Das ist bei einem aktuell gültigen deutschen Reisepass allerdings praktisch ausgeschlossen: Der elektronische Reisepass (ePass) mit RFID-Chip ist in Deutschland bereits seit dem 1. November 2005 Standard, und da ein Reisepass maximal zehn Jahre gültig ist, hat zwangsläufig jeder aktuell gültige deutsche Pass einen Chip. Wahrscheinlicher ist ein rein technisches NFC-Problem - manche Handy-Modelle oder Browser lesen den Chip einfach nicht zuverlässig aus. Kein Beinbruch: Als Alternative lässt sich stattdessen ein Foto der Passdaten-Seite hochladen, das hat bei mir anschließend problemlos geklappt.
Selfie nicht vergessen
Zum Abschluss des Antrags verlangt das System noch ein aktuelles Selfie zur Identitätsbestätigung. Am einfachsten geht das direkt am Handy oder am Laptop mit Webcam - dort lässt sich das Foto in der Regel direkt im Browser oder in der App aufnehmen, ohne den Umweg über ein separat gemachtes und dann hochgeladenes Bild.
Wenn ESTA abgelehnt wird: das Visum als Alternative
Wird ein ESTA-Antrag abgelehnt, ist das ärgerlich, aber kein endgültiges Reiseverbot. Eine Ablehnung lässt sich nicht anfechten, und ein erneuter ESTA-Antrag mit denselben Angaben führt in aller Regel zur gleichen Ablehnung. Der übliche nächste Schritt ist stattdessen die Beantragung eines klassischen Touristenvisums (B-2) oder Geschäftsvisums (B-1) bei der zuständigen US-Botschaft oder einem US-Konsulat: Online-Formular DS-160 ausfüllen, die nicht rückerstattbare Bearbeitungsgebühr von aktuell 185 US-Dollar bezahlen und zu einem persönlichen Interview antreten. Das ist deutlich aufwendiger als der ESTA-Antrag, bietet aber die Möglichkeit, den eigenen Fall einem Konsularbeamten persönlich zu erklären - viele Reisende mit abgelehntem ESTA bekommen auf diesem Weg am Ende trotzdem ihr Visum.
Zur Einordnung: Für nonimmigrant-Visa wie B-1/B-2 ist zusätzlich eine 250-US-Dollar-"Visa Integrity Fee" beschlossen (Teil des im Juli 2025 unterzeichneten "One Big Beautiful Bill Act"), die aber laut Stand Mitte 2026 noch nicht erhoben wird, da die technische Umsetzung beim Department of Homeland Security noch aussteht. Aktuell zahlt man also weiterhin nur die 185 US-Dollar MRV-Gebühr.
Vorsicht bei Kuba-Reisen seit 2021
Eine Besonderheit, die gerade für alle relevant ist, die in den vergangenen Jahren mal Kuba besucht haben - das Land war eine Zeit lang als Reiseziel ziemlich angesagt: Wer seit dem 12. Januar 2021 in Kuba war, ist von der Teilnahme am Visa Waiver Program ausgeschlossen und kann kein ESTA mehr bekommen, unabhängig davon, wie kurz der Aufenthalt war oder aus welchem Grund er stattfand. Hintergrund ist, dass die US-Regierung Kuba genau an diesem 12. Januar 2021 erneut als "State Sponsor of Terrorism" eingestuft hat - das löst automatisch den ESTA-Ausschluss aus (Quelle: NNU Immigration). Wer betroffen ist, muss - genau wie bei einer ESTA-Ablehnung aus anderen Gründen - den klassischen Weg über ein B-1/B-2-Visum gehen, siehe oben.
Wichtig zur Einordnung: Ein Reiseverbot in die USA ist das nicht - es bedeutet nur, dass der einfache ESTA-Weg entfällt und stattdessen das reguläre Visumverfahren nötig wird.