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Mount St. Helens National Volcanic Monument (WA)

(Letzte Änderung: 21.07.2018 @ 10:20)

Kennen Sie den Hollywood-Katastrophenfilm Dante´Peak (1997) mit Pierce Brosnan und Linda Hamilton in den Hauptrollen?

Der Film spielt im Staat Washington, genau genommen in der fiktiven Kleinstadt Dante´s Peak. Diese hat quasi als Hausberg einen (gleichnamigen) Vulkan, der unerwartet explodiert. Ein pyroklastischer Strom rast auf die Stadt zu und vernichtet alles, was im Weg ist.

Warum erzähle ich das? Weil der Film erstens für seine relative Authentizität gelobt wurde und zweitens den Opfern des Ausbruchs des Mt. St. Helens gewidmet ist.

Und damit verlassen wir Hollywood und kommen in der Realität an.

Am 18. Mai 1980 eruptierte Mt. St. Helens - ein seit dem letzten größeren Ausbruch im Jahr 1857 weitgehend ruhender und für relativ unproblematisch gehaltener Vulkan. Dabei rutschte der gesamte nördliche Berggipfel ab, so dass der Gipfel des Mount St. Helens heute mit 2549 ü.NN ungefähr 400 Meter tiefer liegt als ursprünglich.

Durch den 1080 km/h schnellen pyroklastischen Strom wurde ein Gebiet von 37 Kilometern Länge und 30 Kilometer Breite verwüstet. 57 Menschen verloren ihr Leben, auch, weil vom United States Geological Survey eine zu kleine Schutzzone ausgewiesen wurde. (Quelle: Wikipedia)

Eines der tragischen Opfer war der Vulkanologe David A. Johnston, der im Dienst starb. (Pierce Brosnan aka Dr. Harry Dalton hatte da im Film mehr Glück, weil ein Unhappy End nicht immer leinwandkomptatibel ist.) Zu Gedenken des Wissenschaftlers wurde das Johnston Ridge Observatory geschaffen.

Zwei Jahre nach der Katastrophe haben Präsident Ronald Reagan und der Congress das heutige Mt. St. Helens National Monument ins Leben gerufen. Damit sollte Raum für weitere Forschungen und auch eine touristische Nutzung durch zukünftige Generationen gegeben werden.

Das Mt. St. Helens National Monument ist heutzutage vor allem für Naturliebhaber eine große Attraktion. Darin liegt, wie ich finde, eine bittere Ironie. So traurig die Hintergründe auch sind, bietet sich dem Fotografen eine spektakuläre Szenerie.

Beispiel Spirit Lake: Durch den Vulkanausbruch 1980 wurde der See mit vulkanischem Material aufgefüllt und der Wasserspiegel stieg um 60 Meter. Weite Teile der Wasserfläche sind auch gut 30 Jahre nach dem Unglück noch mit Baumstämmen bedeckt, die damals in den See geschleudert wurden.

Spirit Lake

Im Mt. St. Helens National Monument gibt es einige der besten Aussichtspunkte, die ich kenne. Stichworte sind hier: Johnston Ridge, Cascade Peaks Viewpoint oder der besonders grandiose Windy Ridge Viewpoint, von wo man auch die schneebedeckten Gipfel von Mount Adams (s. Bild unten) und Mount Hood sehen kann.

Windy Ridge Viewpoint

Hiking

Das Mt. St. Helens National Monument bietet fantastische Möglichkeiten für Wanderfreunde. Eine schöne Beschreibung einzelner Wege findet sich bei www.wta.org.

Ich kenne den Weg zum Norway Pass aus eigener Erfahrung. Leider war der Weg damals (1999) in sehr schlechtem Zustand (viele umgestürzte Bäume und andere Sturmschäden) und zudem noch teilweise unter Tiefschnee, was manche abschüssige Passagen extrem gefährlich machte.

Für meinen nächsten Besuch habe ich den westlich gelegenen Harry´s Ridge Trail auf die Liste gesetzt.

Camping

Im National Monument selbst ist Camping, vermutlich aus Sicherheitsgründen, nicht möglich. In dem nahe gelegenen Gifford Pinchot National Forest und dem Seaquest State Park finden sich hingegen zahlreiche campgrounds.

Directions

GPS-Koordinaten Mt. St. Helens NM

(WGS84, Dezimalgrad, Umrechner: hier):

GPS Windy Ridge: 46.237934,-122.143754
GPS Johnston Ridge Observatory: 46.276842,-122.216849

Good to know

Bei Youtube gibt es ein Video zum Ausbruch des Mt. St. Helens. US-Wissenschaftler kommen zu Wort, auch der verstorbene Vulkanologe Johnston wird entsprechend gewürdigt.

Das Mount St. Helens Forest Learning Center ist das beste Visitor Center, welches ich kenne. Bei unserem damaligen Besuch gab es einen begehbaren Mini-Vulkan und viele geniale Dinge mehr. Anschaulicher geht es nicht.

Eine sehr schöne Übersichtskarte über die einzelnen Regionen und Attraktionen des National Monuments findet sich bei Wikipedia.

Es wurde diskutiert, ob das National Monument zum Nationalpark umgewidmet bzw. aufgewertet werden sollte. Einige Argumente dafür und dagegen (wirtschaftliche Zwänge der ortsansässigen Holzindustrie z.B.) finden Sie hier.

Der Zugang zum Spirit Lake ist streng reglementiert und im Prinzip nur an einer Stelle möglich. Weitere Informationen finden Sie hier.

Wird es weitere Eruptionen des Mt. St. Helens geben? "We know that Mount St. Helens is the volcano in the Cascades most likely to erupt again in our lifetimes." (Quelle: volcanoes.usgs.gov) Klingt übel, wird aber im Fortlauf relativiert.

My Visits

Das Mount St. Helens National Monument habe ich 1999 und 2009 besucht.

My Rating

Mount St. Helens ist beeindruckend. Es gibt viele weitere Sehenswürdigkeiten, die ich oben aus Platzgründen nicht erwähnt habe.

Ich kann einen Besuch wärmstens empfehlen.

Gallery

Diese Gallery besteht aus 27 Farbbildern. Die Bilder stammen aus den Jahren 1999 und 2009.